Schafe von Marliese Sitter und Max Kittsteiner aus Waldenburg - für das Projekt "Hirtenliebe" haben sie den Jugendkulturlandschaftspreis gewonnen (Foto: SWR)

Hohenloher Schafhalter im Austausch Die Angst vorm Wolf bleibt bei den Schäfern

Rund 80 Schäfer gibt es im Hohenlohekreis mit rund 4.500 Tieren. Bei einem gemeinsamen Treffen der Tierhalter wird klar: Die Angst vor dem Wolf ist bei ihnen ungebrochen.

Es ist über anderthalb Jahre her: Im Oktober 2017 riss ein Wolf in Widdern-Unterkessach (Kreis Heilbronn) vier Schafe. Das Tier ist schon lange weitergezogen. Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl bei Schäfern in der Region Heilbronn-Franken.

Dauer

"Man geht nicht mehr ruhig auf die Weide, seit das geschehen ist. Das war vorher alles weit entfernt."

Schäfer im Hohenlohekreis

Das Umweltministerium in Baden-Württemberg hat reagiert und zusammen mit Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland als erste Initiative dieser Art in Deutschland ein so genanntes "Wolfsmanagement" gestartet. Dabei wurden Herdenschutzprojekte auf den Weg gebracht. Darin enthalten, so sagt Karl-Heinz Lieber vom Ministerium, sind Maßnahmen zum Schutz vor dem Wolf. Auch gibt es ein "Wolfsmanagement" auf Bundesebene.

"Sobald Menschen in der Nähe sind, ist der Wolf eigentlich ein Mensch-Vermeidungsstratege."

Karl-Heinz Lieber, BW-Umweltministerium

Rund 85 Prozent der Schäfer im Hohenlohekreis betreiben die Schafhaltung im Hobby- oder Nebenerwerb.

"Die meisten [halten Schafe] aus Liebe zum Tier und zur Landschaft."

Friedbert Müller, Verein Hohenloher Schäfer

Viele von ihnen profitieren von der staatlichen Förderung zur Landschaftspflege. Ohne diese Einnahmen könnten die meisten Betriebe gar nicht existieren, so Karl-Heinz Lieber vom Umweltministerium.

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