Zukunft von Audi in Neckarsulm Heilbronner Bundestagsabgeordneter: Audi-Mitarbeiter brauchen klare Signale

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic fordert klare Signale vom Audi-Mutterkonzern VW. Es sei wichtig, den Beschäftigten die Angst vor der Zukunft zu nehmen.

Der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Audi-Mitarbeiter Josip Juratovic hat sich selbst an der Betriebsratsaktion am vergangenen Dienstag im Werk beteiligt, um Solidarität und Geschlossenheit zu demonstrieren. Er hofft auf Transparenz gegenüber den Mitarbeitern. Am Samstag sagte er im SWR, es sei wichtig, den Beschäftigten die Angst vor der Zukunft zu nehmen, um gemeinsam die Weichen für das Audi-Werk Neckarsulm zu stellen.

Studiogast Josip Juratovic (Foto: SWR)
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic hofft auf mehr Transparenz gegenüber den Audi-Mitarbeitern.

"Die Kolleginnen und Kollegen müssen informiert werden. Denn es ist unheimlich wichtig, gerade in der jetzigen Zeit, wo sehr viele Dinge in Bewegung sind und sehr viel im Nebel gestochert wird, dass sie wissen, worauf sie sich einstellen müssen. Beziehungsweise was sie selbst tun müssen, um ihre Beschäftigung zu sichern."

Josip Juratovic, Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordneter

Neckarsulm dürfe nicht abgehängt werden

Zunächst müsse die Frage geklärt werden, was jetzt mit dem Verbrenner passiert. Der Politiker rät, nicht in Panik zu geraten. Er sei sich sicher, dass der Benziner und der Diesel noch eine ganze Weile gebraucht werden. Man solle den Menschen nicht irgendetwas vormache und sagen, da passiere nichts. Dies sei verantwortungslos. Man müsse gemeinsam versuchen, Schritt zu halten. Deshalb sei es wichtig, dass sich alle dafür einsetzen, dass Neckarsulm nicht abgehängt wird.

Man müsse geschlossen zusammenstehen

In Bezug auf die Führung des Neckarsulmer Werks müsse der Konzern klare Signale setzen. Es sei wichtig, so der ehemalige Audi-Mitarbeiter, dass diese Führungsperson auch eine Stimme im Konzern hat. Das müsse man vor Ort unterstützen, vor allem die Belegschaft. Man müsse wachsam sein, notfalls auch reagieren und bereit sein, auch geschlossen die Straße zu gehen.

"Wenn wir es nicht packen, wer soll es dann packen?"

Josip Juratovic, Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordneter

Veränderungen seien immer da, und damals, als Josip Juratovic selbst noch bei Audi gearbeitet hat, habe man beispielsweise gewusst, dass die Roboter nur gut arbeiten können, wenn man sie auch gut programmiere. Viele hätten dann Umschulungen gemacht, die später für die Zukunft des Autobaus notwendig waren. Heutzutage seien das Kolleginnen und Kollegen, die Anlagen überwachen und sichere Jobs haben. Juratovic ist überzeugt: Wenn man sich den Aufgaben und Problemen stellt, Netzwerke aufbaut und Geschlossenheit bildet, ist Neckarsulm in Zukunft gut aufgestellt.

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