Prozess in Heilbronn Junge Männer wegen versuchten Mordes vor Gericht

Vor dem Landgericht Heilbronn hat am Montag ein Prozess wegen versuchten Mordes begonnen. Angeklagt sind fünf junge Männer, mutmaßlich Mitglieder einer Bande aus dem Raum Schwäbisch Hall.

Fünf Männer aus dem Raum Schwäbisch Hall im Heilbronner Gerichtssal. Sie sollen auf einen Menschen mit einem Messer eingestochen haben (Foto: SWR)
In Heilbronn stehen fünf Männer aus dem Raum Schwäbisch Hall vor Gericht, die auf einen Menschen mit einem Messer eingestochen haben sollen

Mehrfach sollen die fünf jungen Männer Anfang des Jahres in einem Waldstück bei Schwäbisch Hall auf ihren ehemaligen Kumpel eingestochen haben. Die Anklage lautet: versuchter Mord.

Angeblich bei Polizei verraten

Der mutmaßlichen Bande aus der Drogenszene wird vorgeworfen, dass sie den 21-jährigen Bekannten töten wollte, weil er sie wegen ihrer angeblichen Drogengeschäfte angeblich bei der Polizei "verpfiffen" hatte.

Einzeln und in Handschellen wurden die Angeklagten in den Gerichtssaal gebracht. Zu Prozessbeginn wirkten sie eher unbeteiligt. Alle fünf jungen Männer schoben laut Richter in ihren Aussagen bei der Polizei die Schuld auf die jeweils anderen. Lediglich einer der Männer hat zugegeben, ein- bis zweimal zugestochen zu haben. Laut Gericht gebe es genügend Blut des Opfers an Schuhen und Jacken der Angeklagten. Aber auch beim Opfer sollen DNA-Spuren der mutmaßlichen Täter gefunden worden sein.

Mehrfach auf Oberkörper und Gesicht eingestochen

Laut Anklage heckten die fünf den Plan gemeinsam aus, ihrem ehemaligen Kumpel eine Abreibung zu verpassen und ihm ein Messer ins Bein stechen. Dazu sollen sich die Männer im Alter zwischen 20 und 31 Jahren Mitte Januar mit dem Opfer getroffen und gemeinsam in ein Waldstück bei Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) gefahren sein. Dort stießen sie laut Anklage mehrfach mit einem Messer auf Oberkörper und Gesicht des 21-Jährigen ein, trafen Magen, Darm und Lunge, und ließen ihn anschließend bei Minustemperaturen zurück. Der Richter sprach von einem "furchtbaren Tatverhalten" – aber auch von einem geschmacklosen und uneinsichtigen "Nach-Tatverhalten".

Urteil wird im Oktober erwartet

Der lebensgefährlich Verletzte konnte sich zur Straße schleppen, wo er von einer Autofahrerin entdeckt wurde, die die Rettungskräfte alarmierte. Derzeit befinde er sich in Reha, so sein Anwalt.

Die Angeklagten wurden kurz darauf festgenommen und sind seitdem in Untersuchungshaft. Insgesamt sind 16 Verhandlungstermine geplant, das Urteil wird im Oktober erwartet.

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