Mitgefühl in Heilbronn nach Angriff in Halle Schutzmaßnahmen vor jüdischen Einrichtungen erhöht

Nach den tödlichen Schüssen vor einer Synagoge in Halle sind nach Polizeiangaben auch in Heilbronn-Franken die Schutzmaßnahmen vor jüdischen Einrichtungen verstärkt worden.

Eine Kerze vor dem jüdischen Denkmal in Heilbronn (Foto: SWR)
Kerze vor dem jüdischen Denkmal in Heilbronn

Man habe auch Kontakt zu Verantwortlichen der Einrichtungen aufgenommen, so ein Polizeisprecher. Menschen und Einrichtungen stünden verstärkt unter Schutz. 

Zwei Menschen wurden am Mittwoch bei dem Angriff des schwer bewaffneten Täters in Halle getötet, mindestens zwei weitere verletzt. Zudem versuchte er offenbar, in die Synagoge einzudringen, die wegen des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur vollbesetzt war.

Jüdische Gemeinde in Heilbronn erschüttert

Auch die jüdische Gemeinde in Heilbronn hatte den Tag gefeiert. Die Vorsitzende, Avital Toren, ist erschüttert. Sie befürchtet, dass die Menschen nicht mehr in die Synagoge kommen.

"Mein Kopf ist voll mit Gedanken, was in Deutschland passiert, mit dem Rechtsextremismus. Ich mache mir Gedanken und große Sorgen sind da. Auf der anderen Seite ist es auch so, dass wir uns nicht verstecken wollen."

Avital Toren, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Heilbronn

Chanukka-Leuchter beschädigt

Auch die jüdische Gemeinde wurde schon zum Ziel: Vor zwei Jahren wurden in Heilbronn jüdische Chanukka-Leuchter schwer beschädigt. In diesem Jahr sollen sie wieder in der Öffentlichkeit stehen, sagt Toren: "Ich hoffe, wenn wir sie dieses Jahr wieder aufstellen, dass man die Lampen nicht mehr so leicht kaputt macht."

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