Heilbronn mit einjähriger Testphase Probe-Freigabe der Fußgängerzone für E-Scooter

Die Heilbronner Fußgängerzonen sollen für eine einjährige Testphase für Elektro-Scooter freigegeben werden. Die Stadtverwaltung hat entsprechende Pläne am Dienstagnachmittag im Verkehrsbeirat vorgestellt.

Die Stadt hofft, dass vor allem immer mehr Berufspendler mit dem E-Scooter zur nächsten Haltestelle fahren und dafür ihr Auto stehen lassen. Jens Boysen, der stellvertretende Leiter des Heilbronner Amtes für Straßenwesen sagte dem SWR Studio Heilbronn: "Es geht um die Überwindung der ersten und letzten Meile im Nahverkehr, wo wir versuchen, über Fahrräder, über zu Fuß gehen aber auch über E-Scooter eine Anbindung an den ÖPNV, an den Bahnhof zu schaffen. Um noch mehr Leute auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen zu lassen."

E-Scooter (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Jens Kalaene)
E-Scooter könnten bald auch in der Heilbronner Fußgängerzone unterwegs sein Jens Kalaene

ADAC sieht E-Scooter in Fußgängerzone kritisch

Der ADAC hingegen sieht das Vorhaben kritisch, sagte ADAC-Sprecher Reimund Elbe dem SWR. E-Scooter sollten, wenn möglich, nicht in Fußgängerzonen fahren. Schließlich seien diese – wie der Name schon sagt – für Fußgänger vorgesehen und zudem eine Art Schutzraum.

"Die Bodenbeschaffenheit in Fußgängerzonen ist teilweise schwierig und es ist schwierig, mit den E-Scootern extrem langsam zu fahren und die Balance zu halten."

Reimund Elbe, ADAC-Sprecher

Keine routinierten E-Scooter-Fahrer

Die Heilbronner Fußgängerzone ist zwar bereits für Fahrräder freigegeben – mit Schrittgeschwindigkeit – der ADAC sieht darin aber einen Unterschied: Fahrradfahrer hätten in der Regel eine größere Routine, E-Scooter hingegen seien komplett neu auf dem Markt.

Auch die E-Tretroller sollen – falls es soweit ist – nur mit Schrittgeschwindigkeit durch die Fußgängerzone fahren. Schilder sollen darauf hinweisen. Nach der Testphase müsste man sich mögliche Unfallzahlen anschauen – und welche Art von Unfällen es gegeben habe, so das Amt für Straßenwesen. Dann würde eine weitere Freigabe erneut auf dem Prüfstand stehen, je nachdem, wie und ob die Verkehrssicherheit der Fußgänger gefährdet wäre.

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