Wahl eines Wahlvorstands - Betriebsversammlung - Banner IG Metall (Foto: SWR, Anno Palumbo)

Handelskonzern Würth in Künzelsau Betriebratswahl wird gerichtlich überprüft

Die Betriebsratswahl beim Handelskonzern Würth in Künzelsau wird gerichtlich überprüft. Beim Arbeitsgericht Crailsheim sei eine Anfechtungsklage eingegangen, teilte ein Sprecher mit.

Ein Termin für eine Güteverhandlung stehe noch nicht fest, so der Sprecher des Arbeitsgerichts Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) weiter. Kläger ist laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) nach eigenen Angaben Daniel Hurlebaus, der im Vorfeld der Wahl mit seiner Betriebsratsinitiative für Unruhe bei Würth gesorgt hatte. Dem AfD-Mitglied hatte Würth in Künzelsau (Hohenlohekreis) wegen eines angeblichen datenschutzrechtlichen Verstoßes vor dem Urnengang gekündigt.

Wegen dieses laufenden Verfahrens vor dem Arbeitsgericht konnte sich Hurlebaus zwar als Kandidat aufstellen lassen, durfte aber selbst nicht wählen. Hurlebaus' Liste ergatterte bei der Betriebsratswahl schließlich einen Platz, der ihm rein von der Listenpositionierung her zustünde. Wahrnehmen darf er diesen aber vorerst nicht.

Würth soll Wahl behindert haben

Hurlebaus behauptet in seiner Klage, Würth habe die Wahl behindert und Partei für eine bestimmte der insgesamt drei Wahllisten ergriffen. Würth erklärte auf Anfrage der dpa: "Das Unternehmen hat die Betriebsratswahl weder verhindert noch behindert." Die Geschäftsleitung und die Familie Würth hätten die Wahl voll und ganz befürwortet und stünden zu 100 Prozent dahinter. Würth habe zum jetzigen Zeitpunkt keine Kenntnis, dass die Betriebsratswahl angefochten werde.

Erstmals gibt es Betriebsratswahlen bei Würth (Foto: Pressestelle, Würth)
Erstmals gab es Betriebsratswahlen bei Würth (Symbolbild) Pressestelle Würth

Betriebsrat ersetzte Vertrauensrat

Vor der Wahl der gesetzlichen Arbeitnehmervertretung hatte der Würth-Vertrauensrat die Mitarbeiter 36 Jahre lang vertreten – allerdings hatte das Gremium nicht die gesetzlichen Rechte wie ein Betriebsrat.

Verhandlung am kommenden Mittwoch

Der Fall vor dem Arbeitsgericht Heilbronn in der Außenstelle Crailsheim wird am 6. November verhandelt. Bei der Adolf Würth GmbH & Co KG – der Kerngesellschaft der Würth-Gruppe – sind knapp 7.200 Menschen beschäftigt.

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