Geschichte um Rettungsaktion bei Mainhardt Schaf "Caramello soll nicht umsonst gestorben sein"

Draußen im Mainhardter Wald liegt der kleine Hof "Eulhof" – auch das junge Schaf Caramello sollte hier seinen Lebensabend verbringen. Am Ende kam es aber anders.

Dauer

Auf dem so genannten Lebenshof "Eulhof" in Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) dürfen gerettete, ungewollte oder ausgesetzte Tiere bis an ihre Lebensende bleiben. Über 100 Tiere haben so bei Birgit Poller und ihrem Mann Wolfgang Spitzlay ein neues Zuhause gefunden, auf rund drei Hektar Land: eine Ziegen- und eine Schaf-Herde, Katzen, Enten, Gänse, Tauben, Hühner und zwei Hunde.

Schafe Camillo und Pepe vor der Schlachtbank gerettet

Seit kurzem leben hier auch Camillo und Pepe. Die beiden jungen Schafsböcke wurden vor der Schlachtbank gerettet. Dort wären sie gelandet, hätte es Caramello nicht gegeben.

Schafe Camillo und Pepe auf dem Lebenshof Eulhof in Mainhardt (Foto: Eulhof Mainhardt)
Ihnen drohte die Schlachtbank: die Schafe Camillo und Pepe auf dem Lebenshof Eulhof in Mainhardt Eulhof Mainhardt

Caramello drohte der Tod auf der Neckartalstraße

Das ausgebüxte Schaf wurde im November an der stark befahrenen Neckartalstraße in Heilbronn-Böckingen gerettet. Zwei Jungen und eine Frau griffen beherzt ein, als Caramello der Tod unter den Rädern drohte. Beim Vorbesitzer wollte seine Retterin ihn nicht lassen, da er geschlachtet werden sollte. So kaufte sie ihn kurzerhand frei: 50 Euro für den pelzigen Caramello – und sie organisierte ihm ein Plätzchen auf dem Lebenshof im Mainhardter Wald.

Caramello wachte nicht mehr auf

Dort hätte der erst sechs Monate alte Caramello den Rest seines geretteten Lebens verbringen sollen – erst in Einzelhaltung, später, so der Plan, sobald er kastriert sei, bei seinen Artgenossen in der Herde des Eulhofs. Kein Schaf schätzt das Single-Leben, so Birgit Poller. Doch dann das große Unglück: Caramello wachte nach der Kastration nicht mehr aus der Narkose auf.

Schaf Elisa und Katze Ruby sowie Wolfgang Spitzlay auf dem Eulhof in Mainhardt (Foto: Eulhof Mainhardt)
Wolfgang Spitzlay mit dem Schaf Elisa und der Katze Ruby sowie Birgit Poller mit Schaf Lola – die Tiere dürfen ihren Lebensabend auf dem Eulhof verbringen Eulhof Mainhardt

Auf Patenschaften und Spenden angewiesen

Der kleine Verein Lebenshof "Eulhof" finanziert sich über Patenschaften und Spenden – und ist auf jede Hilfe angewiesen. Ganz deckt das den finanziellen Bedarf des Projekts nicht. Und auch der Platz auf dem Hof der beiden berufstätigen Tierliebhaber wird langsam knapp. Für zwei Schafe reichte er aber noch.

Caramello ist unvergessen

Für Poller und Spitzlay sind Tiere wie Familienmitglieder, seit kurzem eben auch die Schafe Camillo und Pepe. Denn die beiden waren die einzigen Böckchen, die beim Vorbesitzer von Caramello noch auf die Schlachtbank warteten. Und so entschlossen sich Caramellos Retterin, Poller und Spitzlay kurzerhand, die beiden dort heraus zu holen. Und sie sollen für immer auf dem "Eulhof" bleiben dürfen, heißt es.

"Caramello soll nicht umsonst gestorben sein. Er ist unvergessen."

Birgit Poller, Lebenshof "Eulhof" in Mainhardt
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