Nach Ablehnung von Moschee-Neubau in Heilbronn DITIB-Gemeinde wehrt sich gegen Vorwürfe

Der geplante Neubau einer DITIB-Moschee in Heilbronn sorgt für Unmut bei einigen Gemeinderatsfraktionen. Nun meldet sich die türkische Gemeinde zu Wort.

Die DITIB-Gemeinde in Heilbronn wehrt sich gegen Vorwürfe von CDU, FDP und Freien Wählern, sie wolle eine Stadt in der Stadt errichten.

Dauer

Am Donnerstag hatten die Gemeinderatsfraktionen Forderungen veröffentlicht, den geplanten Bau einer neuen Moschee zu kippen, weil dort auch ein türkisches Kultur- und Einkaufszentrum geplant sei.

Der DITIB-Vorsitzende Erdinc Altuntas verwies darauf, dass die Pläne seit Jahren bekannt sind.

"Das haben wir vor vier Jahren gemeinsam mit der Stadtverwaltung ausgewählt und haben das sehr transparent mit der Stadt zusammen entwickelt. Auch damals war schon vorgesehen, dass dort ein oder zwei Läden reinkommen, ein Restaurant reinkommt, um hier Mieteinnahmen zu haben, um später auch das Gebäude zu finanzieren und auch regelmäßige Einnahmen zu haben. Und ich kann die Argumentation nicht verstehen, was hier integrationshemmend sein soll."

Erdinc Altuntas, Vorsitzender DITIB-Gemeinde Heilbronn

Der Heilbronner SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Hinderer warf unterdessen CDU, FDP und Freien Wählern Populismus aus Wahlkampfgründen vor.

Moschee-Neubau abgelehnt

Die Heilbronner Gemeinderatsfraktionen von CDU, FDP und Freien Wählern hatten einen gemeinsamen Brief an Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) geschrieben. Darin heißt es:

"Tatsächlich entwickelt sich das Bauvorhaben mehr und mehr zu einem Einkaufs- und Dienstleistungszentrum sowie zu einem türkischen Kulturzentrum mit angeschlossener Moschee."

Aus dem Brief an OB Harry Mergel

Städtebauliche Ziele verfehlt

Dies stelle sich so dar, als ob hier eine Stadt in der Stadt entstehen solle. Ein solches Bauvorhaben sei eher integrationshemmend, als integrationsfördernd. Städtebauliche Ziele würden mit einem derartigen Gebäudekomplex verfehlt, heißt es.

Problematisches Verhältnis mit der Türkei

Bereits vor mehreren Jahren hatte die DITIB-Gemeinde in Heilbronn Pläne für einen Moscheeneubau vorgestellt und sich damals mit der Stadt und den christlichen Gemeinden abgesprochen.

Der Halbmond auf dem Minarett einer Moschee (Foto: picture-alliance / dpa, Symbolbild)
Die Gemeinderäte befürchten, dass eine Stadt in der Stadt entsteht Symbolbild

Geplant ist ein Neubau an der Weinsberger Straße in Heilbronn. Zuletzt wurde der Bau von Seiten der Stadt verschoben, um eine Großbaustelle während der Bundesgartenschau 2019 zu vermeiden. Die Moschee wird voraussichtlich einen zweistelligen Millionenbetrag kosten und soll auch eine Art Kulturzentrum werden.

STAND