Maschinenhaus Neckarwestheim Block 1 Blick von oben beim Rückbau (Foto: SWR, Dambach, Alexander)

Gegner sprechen von erhöhter Gefahr Protest gegen Wieder-Inbetriebnahme des AKW Neckarwestheim

An diesem Wochenende soll Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim (AKW) möglicherweise wieder ans Netz gehen. Gegner sehen darin eine erhöhte Gefahr. Bei der Jahresrevision sind wieder Risse an Heizrohren entdeckt worden.

Die Atomkraftgegner der Gruppe "Ausgestrahlt" fordern Landes-Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) auf, den Betreiber EnBW zu stoppen und im Interesse der Bevölkerung ein Wiederanfahren von Block II in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) zu untersagen. Bei der üblichen Jahresrevision waren an über 190 von 16.000 Heizrohren Risse entdeckt worden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
17:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Gegner halten Risse für gefährlich

Die Risse seien sicherheitsrelevant, sagen die Gegner. Weil schon im vergangenen Jahr ähnliche Schäden entdeckt wurden, sehen die Atomkraftgegner eine erhöhte Gefahr für einen schweren Störfall. Reißen die Rohre ab, könnte am Ende Radioaktivität in die Umwelt gelangen. Rund 30 Demonstranten von der Anti-Atom-Organisation haben sich am Freitagnachmittag vor dem Atomkraftwerk versammelt. Sie riefen "Eure Risse, unser Risiko" und "Abschalten jetzt".

Proteste im AKW Neckarwestheim (Foto: SWR)
Atomkraftwerk Neckarwestheim

Betreiber sieht keine erhöhte Gefahr

Die EnBW weist darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der Rohre betroffen sei und Gegenmaßnahmen Wirkung zeigten. Die Wandstärken seien weit über den erforderlichen Mindestwerten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dagegen fordert, Neckarwestheim dürfe nach der Revision nicht wieder ans Netz gehen.

"Bei den jährlichen Revisionen in Neckarwestheim sind jedes Jahr mehr Risse in den Dampferzeuger-Heizrohren festgestellt worden. Wir haben etwa eine Verdoppelung. Wir hatten im vergangenen Jahr 101 Risse und wir haben 2019 schon 191 Risse. Das zeigt deutlich, dass die Ursachen nicht beseitigt sind."

Gottfried May-Stürmer, BUND Heilbronn-Franken
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