Zwei Menschen sitzen vor einem Mahnfeuer in Rheinhessen. Damit protestieren Landwirte und Winzer gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. (Foto: SWR, Corinna Lutz)

Gegen zu scharfe Umwelt- und Naturschutzvorschriften Bauern-Protest mit Mahnfeuern in Neckarwestheim, Lauffen und im Land

Rund 15.000 Bauern gingen Ende November in Berlin auf die Straße, um gegen ihrer Ansicht nach zu scharfe Umwelt- und Naturschutzvorschriften zu protestieren und auch am Samstag gab es erneut Aktionen, zum Beispiel im Kreis Heilbronn.

Die Bauern wollen mit Politikern und Bürgern ins Gespräch kommen und ihre Situation erklären - am Samstag zum Beispiel in Neckarwestheim. Weitere Aktionen werden aus Lauffen am Neckar, aus Blaufelden, Lauda, Wallhausen Obersulm oder Öhringen gemeldet. Auch der Neckarwestheimer Frank Rominger wird dabei sein und auf seinem Betrieb ein Mahnfeuer entzünden.

"Innerhalb vom Berufsstand ist jetzt schon Rebellion, möchte ich so sagen. Weil die Forderungen, die man an uns stellt, einfach nicht praktisch durchführbar sind."

Landwirt Frank Rominger aus Neckarwestheim

Eine der Forderungen: Bis 2030 soll der Winzer zwischen 30 und 40 Prozent der Pflanzenschutzmittel-Menge einsparen. Das würde ihm 40 Prozent seiner Betriebsausgaben einsparen.

"Aber wenn ich das so einfach könnte, dann hätte ich in der Vergangenheit 30 bis 40 Prozent zu viel gesprüht."

Landwirt Frank Rominger aus Neckarwestheim

Rebsorten, wie zum Beispiel Trollinger, die sehr Mehltau empfindlich seinen - da müsse man spritzen - die gebe es dann nicht mehr, sagt Rominger.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) und die Landesregierung haben sich mit Bauern und Umweltschützern zum Thema an einen Tisch gesetzt.

"Ich glaube, es hat überhaupt keinen Wert, sich gegen sinnvolle Umweltauflagen zu wehren. Es hat allerdings einen Wert sich zu wehren, dass alle über einen Kamm geschoren werden, und das passiert eben auch."

Peter Hauk, Landwirtschaftsminister (CDU)

Deshalb fordert der Landwirtschaftsminister regionale Länderlösungen.

Es ist die bundesweite Bewegung namens "Land schafft Verbindungen", die abseits des Bauernverbands offenbar 25.000 Anhänger um sich geschart hat. Sie verständigen sich über Smartphone, soziale Netzwerke und Internet über Aktivitäten wie die Mahnfeuer am Samstag und es wird wohl nicht die letzte Aktion dieser Art sein, sagt Frank Rominger aus Neckarwestheim.

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