Markus Duesmann, designierter Vorstandsvorsitzender der AUDI AG (Foto: AUDI AG)

Gesamtbetriebsrat erwartet stabile Auslastung in Neckarsulm Duesmann neuer Chef und Hoffnungsträger bei Audi

Der neue Vorstandschef bei Audi heißt Markus Duesmann. Dies haben die Aufsichtsräte von VW und Audi am Freitag in Wolfsburg entschieden.

Duesmann kommt von BMW und wird am 1. April Bram Schot ablösen. Die Personalie war schon vor Monaten bekanntgeworden, bis zuletzt hatten sich Audi und VW nicht geäußert. Aber alles andere wäre eine Überraschung gewesen, galt Duesmann doch als Favorit von VW-Chef Herbert Diess, der ihn am Freitag mit den Worten präsentierte: Duesmann werde dem Anspruch "Vorsprung durch Technik" neuen Glanz verleihen.

Duesmann war schon im Juli 2018 - kurz nach der Verhaftung des damaligen Audi-Chefs Rupert Stadler im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre - aus dem BMW-Vorstand abgeworben worden. BMW lies ihn aber erst jetzt aus dem Vertrag.

Der richtige Mann zur richtigen Zeit

Der Audi-Gesamtbetriebsrat erklärte, von Duesmann erwarte er eine stabile Auslastung der Werke und mehr Mut zu "Vorsprung durch Technik". Er sei der richtige Mann zur richtigen Zeit. Ähnlich wurde im vergangenen Jahr Bram Schot willkommen geheißen. Von ihm hatten sich gerade die Audi-Betriebsräte viel erhofft. Schot geht auch mit dem offiziellen Dank des Betriebsrats, aber immer öfter hieß es an der Basis, er sei einer, der viel verspreche, aber wenig umsetze.

Investitionsprogramm für Elektromobilität

Volkswagen wird ein bisher einzigartiges Investitionsprogramm für die Elektromobilität umsetzen. Dafür sollen 33 Milliarden Euro ausgegeben werden, hieß es am Freitag. Einzelheiten zu den Zukunftsplänen von Audi werden auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch in Ingolstadt erwartet. Dann stehen offenbar auch Entscheidungen über die zukünftige Werksbelegung auf der Tagesordnung. Es geht unter anderem darum, welche Modelle an den deutschen Standorten wie Neckarsulm (Kreis Heilbronn) und welche Stückzahlen angepeilt werden.

Brief an Merkel

Die Krise bei Audi führt zu weiteren Maßnahmen. Der Standort Ingolstadt hat unterdessen die Kanzlerin um Hilfe gebeten - hinter dem Gesuch an Angela Merkel (CDU) steht eine außergewöhnliche Koalition, berichtet der Bayerische Rundfunk.

In einem gemeinsamen Brief fordern die Ingolstadter Stadtspitze, die Gewerkschaft IG Metall und die Betriebsräte von Audi und Airbus in Sorge um die Wirtschaftskraft der Region Ingolstadt vom Bund finanzielle Unterstützung. Der Autobauer Audi selbst hat das Gesuch nicht unterzeichnet.

Audi in Neckarsulm (Foto: SWR)
Die Weichen für die Zukunft des Audi-Werks Neckarsulm werden gestellt

Offenbar lediglich 175.000 Autos gebaut

Am Audi-Standort Ingolstadt zeigt sich die Lage ähnlich angespannt wie am Standort Neckarsulm, wo nach SWR-Informationen dieses Jahr offenbar nur 175.000 Autos gebaut werden, noch weniger als bisher angenommen. Hier hat sich unlängst der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD) noch zuversichtlich gezeigt, dass die Zukunft des Standorts gesichert sei. Und Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) hält die Wirtschaft in der Region für stark genug, die Krise in der Automobil-Industrie zu überstehen. Er sei eher optimistisch, sagte er im SWR-Interview.

In Ingolstadt dagegen hat auch CSU-Oberbürgermeister Christian Lösel seine Unterschrift unter den Brief an die Kanzlerin gesetzt. Wie in Neckarsulm ist auch das Werk Ingolstadt nicht ausgelastet – befürchtet wird, dass viele Arbeitsplätze wegfallen.

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