Der 48-jährige Angeklagte (vorne, rechts) sitzt zum Prozessbeginn im Gerichtssaal des Landgerichts neben seinem Verteidiger Alois Kovac. Vor rund drei Jahren ist der Sohn des Milliardärs Würth entführt worden. Der mutmaßliche Täter steht jetzt wegen erpresserischen Menschenraubes vor Gericht. Er soll den damals 50-jährigen, behinderten Sohn des baden-württembergischen Unternehmers im Juni 2015 im hessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben.  (Foto: picture-alliance / dpa, Arne Dedert)

Plädoyer der Staatsanwaltschaft Dreieinhalb Jahre Haft für Würth-Entführung gefordert

Nach über zwei Monaten Verhandlung wurde am Donnerstag der Prozess um die Entführung des Künzelsauer Unternehmersohns Markus Würth fortgesetzt. Am Nachmittag folgten die Plädoyers.

Der mutmaßliche Entführer des Milliardärssohns Würth aus Künzelsau (Hohenlohekreis) soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für dreieinhalb Jahre in Haft. Der Anklagevertreter plädierte am Donnerstag vor dem Landgericht Gießen auf erpresserischen Menschenraub.

Verteidigung will Freispruch im Würth-Prozess

Die Verteidigung hat für den Angeklagten Freispruch gefordert. "Wir halten unseren Mandanten für unschuldig", sagte ein Rechtsanwalt des 48-Jährigen am Donnerstag vor dem Landgericht Gießen, so die Deutsche Presseagentur (dpa). Ein Urteil wird vermutlich am kommenden Dienstag fallen.

Hofgut Sassen - Ort der Entführung im Fall Würth (Foto: picture-alliance / dpa, Uwe Zucchi)
Hofgut Sassen - Ort der Entführung im Fall Würth (Archivbild) Uwe Zucchi

Angeklagter bestreitet die Entführung des Würth-Sohns

Angeklagt ist ein 48-jähriger Mann, der den erwachsenen behinderten Sohn des Künzelsauer Milliardärs Reinhold Würth 2015 im hessischen Schlitz entführt haben soll. Nach einer gescheiterten Lösegeldübergabe wurde Markus Würth einen Tag später unversehrt an einen Baum gekettet in einem Wald bei Würzburg gefunden. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Wem gehört die aufgezeichnete Stimme?

Am 11. September wurde zum Prozessauftakt die Anklageschrift verlesen. Mitte Oktober sagte Carmen Würth, die Mutter des entführten Opfers aus. In den folgenden Prozesstagen stand unter anderem die Auswertung der Stimm-Aufzeichnung des mutmaßlichen Entführers im Mittelpunkt der Verhandlung.

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