Viele tote Fische liegen am steinigen Ufers eines Sees (Foto: Kreisumweltzentrum Schwäbisch Hall)

Fischereiverein steht in der Kritik Wirbel um tote Fische bei Stimpfach

Viele hundert Fische sollen bei Stimpfach (Kreis Schwäbisch Hall) verendet sein – wegen eines Fischereivereins. Das ist offenbar schon vor gut zwei Wochen passiert.

Naturschützer haben den Fall, der schon vor mehr als zwei Wochen passiert sein soll, jetzt publik gemacht. Demnach sollen mindestens 500 Fische, vielleicht sogar 1.000 oder noch mehr, verendet sei. Bürger hätten berichtet, dass das Ufer des Reiglersbachsees bei Stimpfach-Weipertshofen mit toten Fischen gesäumt gewesen sei, sagt Naturschützer Martin Zorzi vom Umweltzentrum Schwäbisch Hall.

"Allein am Nordufer haben wir über 500 tote Fische gezählt. Und von weitem konnten wir sehen, dass es am anderen Ufer auch nicht besser aussieht."

Martin Zorzi, Kreisumweltzentrum Schwäbisch Hall

Verein hat See gepachtet

Die Zahl ist nicht bestätigt. Der Reiglersbachsee bei Weipertshofen ist vom Verein für Fischerei und Gewässerschutz Stimpfach gepachtet. Der Stausee dient als Regenrückhaltebecken und wird von einem Seitenarm der Jagst mit Wasser gespeist. Dort wird geschwommen und geangelt.

Alle Jahre wieder muss der See entschlammt werden. Dafür wird Wasser abgelassen und die Fische zu ihrem Schutz abgefischt. Dabei können immer wieder Fische verenden, sagt auch Martin Zorzi. Dieses Mal seien es aber deutlich zu viele gewesen.

Entschlammungsaktion lief schon länger

Die Naturschützer vom Umweltzentrum und der NABU, Ortsgruppe Crailsheim, wurden nach eigener Aussage am Freitag, den 18. Oktober, informiert. Da lief die Entschlammungsaktion wohl schon über eine Woche, sagte Thomas Friese vom Landesfischereiverband dem SWR.

"Der Verein plant diese Aktionen eigentlich immer sehr gut. Dieses Mal lief es wohl nicht optimal."

Thomas Friese, ehrenamtlicher Fischereiaufseher im Kreis Schwäbsich Hall

Friese: "Hätten früher Hilfe holen sollen"

Mutmaßlich sei der Fischereiverein aber überfordert gewesen, weil es sehr viel mehr Schlamm gab als erwartet. Der Verein hätte schon früher Hilfe holen sollen, so Friese. Das reime er sich aus den Berichten der Beteiligten zusammen. Woran die Fische letztendlich starben, könne er aber nicht sagen, so Friese.

Anzeige von Unbekannt

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nach SWR-Informationen nicht. Aber der betroffene Verein für Fischerei und Gewässerschutz Stimpfach ist angezeigt worden, sagte ein Sprecher dem SWR, von wem, wisse man nicht. Bis diese Sache geklärt sei, werde man aber nichts zu dem Vorfall sagen.

Was mit den toten Fischen passiert ist, kann Martin Zorzi vom Umweltzentrum nur vermuten. Die sollten ordentlich entsorgt worden sein, meint er.

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