Feuerwehrleute im Einsatz auf EnBW-Gelände in Heilbronn (Foto: SWR)

Ermittlungen nach Brand bei EnBW Warum kam es zum Feuer im Heilbronner Kraftwerk?

Nach dem Brand im Heilbronner Kohlekraftwerk der Energie Baden-Württemberg (EnBW) am Samstag wird die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernehmen. Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung.

Dies bestätigte ein Sprecher der Polizei dem SWR Studio Heilbronn. In einer sogenannten Rauchgasentschwefelungsanlage, eine riesige Trichteranlage, in der Rauchgas rückgekühlt wird, war laut Feuerwehr am Samstagnachmittag Gummi in Brand geraten. Mit diesem Gummi ist die Anlage ausgekleidet. Warum dies geschah, sei noch nicht abschließend geklärt, aber möglicherweise war das Feuer bei Schweißarbeiten ausgebrochen.

Ein Mann wurde schwer verletzt

Ein Arbeiter habe noch versucht, ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern, heißt es. Er erlitt dabei unter anderem im Gesicht schwere Brandverletzungen, außerdem habe er Gase eingeatmet. Der Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, so ein Polizeisprecher. Lebensgefahr bestehe nicht. Der Schaden wird auf rund eine Million Euro geschätzt.

Über dem Heizkraftwerk war für mehrere Minuten eine dichte, schwarze Rauchwolke sichtbar, die aus einem 30 Meter hohen Kamin aufstieg. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Polizeiangaben aber nicht. Durch den Kamin werden den Angaben zufolge normalerweise Verbrennungsgase ausgeleitet. Er sei aufgrund der Arbeiten aber nicht in Betrieb gewesen.

Dauer

Feuerwehr im Großeinsatz

Die Feuerwehr war zum Zeitpunkt des Brandes mit über 100 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen vor Ort. Die Flammen wurden zwar bereits am Samstagabend gelöscht, doch die Feuerwehr blieb zur Brandwache weiterhin vor Ort - insgesamt über 40 Stunden.

Falschmeldung in den sozialen Medien

Doch die Polizei ermittelt in diesem Fall nicht nur wegen fahrlässiger Brandstiftung. Denn eine Falschmeldung in den sozialen Medien sorgte ebenfalls am Samstagnachmittag für reichlich Verwirrung. Dort hieß es nämlich in einer angeblichen Polizeimeldung, dass es auch im Kernkraftwerk Neckarwestheim brennen würde. Polizeisprecher Frank Belz gibt allerdings Entwarnung: Diese Twitter-Meldung stammte nicht von der Polizei.

"Wir gehen davon aus, dass sich das ein Spaßvogel erlaubt hat und unsere letzte Polizeimeldung auf Twitter so verändert hat, dass hier Verunsicherung in der Bevölkerung hervorgerufen wird. Denn ein Brand im Kernkraftwerk ist schon eine andere Hausnummer."

Frank Belz, Heilbronner Polizeisprecher
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