Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet (Symbolbild) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Ermittlungen führten in die Region Kinderpornoring im Raum Schwäbisch Hall aufgeflogen

Ein 43-jähriger Mann aus dem Landkreis Schwäbisch Hall soll im Darknet eine Plattform zum Austausch von Kinderpornografie betrieben haben. Dort soll es auch zur Verabredung zum sexuellen Missbrauch von Kindern gekommen sein.

Die Polizei hat bereits in der vergangenen Woche 26 Häuser und Wohnungen in insgesamt sieben Bundesländern durchsucht, darunter die von acht mutmaßlichen Nutzern der Plattform. Diese sind laut SWR-Recherchen zwischen 35 und 61 Jahren alt. Einer von ihnen stammt wie der Drahtzieher ebenfalls aus Baden-Württemberg, genauer aus Konstanz.

Ermittler werten Datenträger aus

Derzeit werten die Ermittler zahlreiche Datenträger aus, um Beweise zu sichern. Bei den Verdächtigen seien umfangreiche Schriften und Spuren gesichert worden, sagte eine Sprecherin der federführenden Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag, die zusammen mit dem Polizeipräsidium Münster seit Beginn des Jahres die Ermittlungen führt.

Der Tatverdächtige aus dem Landkreis Schwäbisch Hall ist offenbar einschlägig vorbestraft. Er wurde allerdings nicht in Untersuchungshaft genommen. Es bestehe keine Fluchtgefahr, heißt es.

Verabredung zum sexuellen Missbrauch

Über die Plattform soll es den Nutzern ermöglicht worden sein, durch die Hinterlegung ihrer Kontaktdaten und die Angabe ihrer sexuellen Präferenzen, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Dies, sowie der Austausch kinder- und jugendpornografhischer Schriften, stand wohl im Vordergrund, vereinzelt soll es aber auch um Verabredungen zum sexuellen Missbrauch von Kindern gegangen sein.

Den Behörden gelang es nun, den Standort des Servers, auf dem die Darknetplattform "Tor Chat Directory" gehostet war, zu lokalisieren und somit zahlreiche mutmaßliche Nutzer der Plattform zu identifizieren.

Möglicherweise weitere Darknet-Angebote

Gegen den 43-jährigen Mann aus dem Kreis Schwäbisch Hall besteht zudem der Verdacht, für zwei weitere Angebote im Darknet verantwortlich zu sein. Über diese soll es den Nutzern ermöglicht worden sein, gegen Entgelt Monatsabonnements für den Bezug kinder- und jugendpornografischer Schriften abzuschließen.

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