Kreuz auf einem Kirchendach (Foto: picture alliance/Friso Gentsch/dpa)

Disziplinarverfahren eingestellt Heilbronner Kirchenpfleger hat im Missbrauchs-Fall keine Pflichten verletzt

Das Disziplinarverfahren gegen einen Heilbronner Kirchenpfleger ist eingestellt worden. Er hatte das Verfahren gegen sich selbst beantragt. Hintergrund ist der Heilbronner Missbrauchs-Fall.

Wie die Evangelische Landeskirche in Württemberg mitteilte, konnten dem Kirchenpfleger keine Amtspflichtverletzungen nachgewiesen werden. Zuvor hatte der ehemalige Richter am Bundesgerichtshof, Ulrich Hebenstreit, in dem Sachverhalt ermittelt. Dem Kirchenpfleger war vorgeworfen worden, dass er einen Kindergartenleiter nicht sofort nach den ersten Hinweisen auf Kinderpornografie freigestellt oder gekündigt habe.

Zu lange gewartet?

Der Kirchenpfleger war im Sommer 2017 über Ermittlungen gegen den Heilbronner Erzieher informiert worden. Erst nachdem die Staatsanwaltschaft den Mann Anfang 2018 angeklagt hatte, musste der Erzieher den Kindergarten verlassen. Dass er noch solange auf Kinder aufpassen durfte, hatte bei vielen Eltern für Unverständnis und Empörung gesorgt.

Der Erzieher war im September 2018 wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

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