Arbeitsgericht Crailsheim Eingang (Foto: SWR)

Arbeitsgericht verkündet Entscheidung in drei Wochen Streit um fristlose Kündigung bei Würth in Künzelsau

Im Streit um die fristlose Kündigung eines Würth-Mitarbeiters ist am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht Crailsheim keine Einigung erzielt worden. Eine Entscheidung will das Gericht am 27. November verkünden.

Der betroffene Mitarbeiter, Daniel Hurlebaus, hatte erneut ein Vergleichsangebot abgelehnt. Er soll im Vorfeld der Betriebsratswahl bei Würth gegen den Datenschutz verstoßen haben. Das AfD-Mitglied Hurlebaus, das sich für einen Betriebsrat stark gemacht hatte, bestreitet die Vorwürfe. Es geht unter anderem um E-Mails mit Verlinkungen – unterzeichnet von Hurlebaus.

Hurlebaus bestreitet Vorwürfe

Hurlebaus sagt, er habe die E-Mails nicht verschickt, er habe gar keinen Zugriff auf das Konto gehabt. Das konnte bisher nicht geklärt werden. Die E-Mails kamen von einer Adresse, die niemandem zugeordnet werden konnte.

Auflösungsantrag gestellt

Schließlich haben die Würth-Anwälte einen Auflösungsantrag gestellt, der vom Gericht geprüft wird. "Sämtliches Porzellan sei zerschlagen", hieß es.

"Ein sogenannter Auflösungsantrag kann vom Arbeitgeber eben dann gestellt werden, wenn der Arbeitgeber meint, dass eine den Betriebszwecken dienliche Zusammenarbeit zwischen den Parteien aufgrund gewisser Ereignisse nicht mehr zu erwarten ist."

Steffen Hrubesch, Sprecher Arbeitsgericht Crailsheim

Unterstrichen wurde dies mit einem Video, das Hurlebaus veröffentlich hatte. Unter anderem fällt der Begriff "Räuberbande". Hurlebaus bekräftigt, es sei ein Zitat gewesen und so auch genannt worden. Wie das Gericht das bewertet, wird sich am 27. November zeigen.

Auch Betriebsratswahl wird gerichtlich geprüft

Der Betriebsrat ist mittlerweile gewählt, was allerdings gerichtlich geprüft wird - auf Initiative von AfD-Mitglied Hurlebaus. Er war zwar Kandidat, durfte aber wegen des laufenden Verfahrens selbst nicht wählen. Hurlebaus' Liste ergatterte schließlich einen Platz. Wahrnehmen darf er diesen Platz im neugewählten Würth-Betriebsrat allerdings - zumindest vorerst - nicht.

Termin für Anfechtungsklage steht noch nicht fest

Die Anfechtungsklage der Würth-Betriebsratswahl war am Mittwoch kein Thema. Sie wird gesondert verhandelt. Der Termin steht noch nicht fest.

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