Ergebnisse des Runden Tischs Fischsterben in der Schozach: Gutachten soll Schadenshöhe klären

Tausende Fische verendeten vergangene Woche in der Schozach bei Ilsfeld (Kreis Heilbronn), nachdem in der Nähe Chemikalien ausliefen. Nun soll ein Gutachten die Schadenshöhe beziffern.

Nach dem Chemikalien-Unglück in der Schozach haben sich Fischereivereine und Pächter am Mittwochabend zu einem Runden Tisch getroffen. Den genauen Schaden könne man erst beziffern, wenn Zahlen vorlägen, sagte ein Sprecher dem SWR am Donnerstagmorgen. Daher soll jetzt die Masse der toten Fische ermittelt und ein biologisches Gutachten erstellt werden. Die Schadenshöhe hängt auch davon ab, wie stark die Schozach geschädigt wurde und wie lange es dauere, bis sich der Bach wieder erholt habe.

Fischer mit Netz (Foto: SWR)
Die Einsatzkräfte mussten viele verendete Fische bergen (Archiv).

Staplerfahrer beschädigte wohl Flüssigkeitscontainer

Am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft weitere Details zum Unfall in der Spedition veröffentlicht, der das Fischsterben ausgelöst haben soll.

Nach Polizeiangaben beschädigte ein Staplerfahrer am Dienstag vergangener Woche mit der Transportgabel einen 1.000-Liter-Flüssigkeitscontainer, der einen Grundstoff für ein Reinigungsmittel auf Alkoholbasis enthielt. Die Flüssigkeit gelangte daraufhin über Entwässerungskanäle in die Schozach und löste das massive Fischsterben aus.

Mitarbeiter verschwiegen den Unfall intern

Der 31-jährige Staplerfahrer und ein Kollege verschwiegen den Unfall allerdings und meldeten sich weder bei der Firmenleitung noch bei den Umweltbehörden. Interne Recherchen der Speditionsleitung hätten schließlich zu den beiden Verdächtigen geführt.

"Der Staplerfahrer und sein Kollege hätten den Vorfall sofort melden müssen, damit die Firmenleitung die Behörden hätte informieren können. So wären schneller Maßnahmen zur Verhinderung einer größeren Katastrophe eingeleitet worden."

Rainer Köller, Polizei Heilbronn

Alarm ging bei Polizei erst zwei Tage später ein

Nach Polizeiangaben war ein erster Alarm erst am Donnerstagmorgen - rund zwei Tage nach dem Vorfall - bei den Behörden eingegangen. Seit Freitagmittag gab es Hinweise, dass das massive Fischsterben mit dem Unfall in der Spedition zusammenhängen könnte.

Eine Verpflichtung, den Behälter, in dem sich die Flüssigkeit befand, als Gefahrgutcontainer zu kennzeichnen, bestand laut Polizei übrigens nicht.

Die Firma selbst wollte sich bislang nicht zu dem Vorfall äußern und verwies auf Nachfrage auf die laufenden Ermittlungen. Man arbeite sehr eng mit den Ermittlern zusammen, "um den Vorfall baldmöglichst zu klären", teilte ein Firmensprecher mit.

Ein trauriges Bild (Foto: SWR, Kim Hartmann)
Tausende Fische verendeten und trieben auf dem Fluss (Archiv). Kim Hartmann

Kleinstlebewesen sollen wohl überlebt haben

In der vergangenen Woche war nach dem Unfall in der Spedition eine giftige Flüssigkeit in die Gewässer gelangt und hatte ein Fischsterben ausgelöst. Naturschützer gehen davon aus, dass der Fluss mehrere Jahre zur kompletten Erholung benötigt. Der Schaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei rund 30.000 Euro. Da Kleinstlebewesen an der Unfallstelle offenbar größtenteils überlebt haben, besteht aber Hoffnung, dass sich bald wieder Fische ansiedeln werden. Genauere Ergebnisse sollen in rund vier Wochen vorliegen.

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