Bürgerdialog-Ausfall in Langenburg Clinch um Absage einer AfD-Veranstaltung

Der Landtagsabgeordnete der AFD im Wahlkreis Hohenlohe, Anton Baron, veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der von linksextremen Bedrohungen in Hohenlohe die Rede war. Anlass war die Absage eines Bürgerdialogs in einer Langenburger Gaststätte.

Schloss Langenburg (Foto: SWR, Anno Palumbo)
Durch den Torbogen aufs Schloss Langenburg geblickt (Archivbild) Anno Palumbo

Anton Baron wollte am vergangenen Mittwoch den Bürgerdialog im Nebenraum der Langenburger Gaststätte abhalten – doch daraus wurde nichts. Die Pächterin stellte die Räume nicht mehr zur Verfügung.

"Nach Aussage der Pächterin hat sie von Anwohnern und – ich glaube auch – von Kunden gesagt bekommen, warum sie uns, der AfD, überhaupt die Räume zur Verfügung Stelle. Es fanden wahrscheinlich mehrere Einschüchterungsversuche statt, so dass sie dann letztendlich die Konsequenz gezogen hat und uns die Räume dann nicht mehr gegeben hat."

Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Hohenlohe

Es muss etwas vorgefallen sein, glaubt Anton Baron. Schließlich habe die Wirtin, soweit er weiß, der AfD die Räume schon einmal überlassen. In einer zuvor veröffentlichten Pressemitteilung heißt es, er wäre über den Grund der Absage entsetzt:

"Gaststätten in Hohenlohe erhalten immer wieder Drohungen und Einschüchterungen aus dem linken und linksextremen Spektrum, wenn sie unserer Partei Räume zur Verfügung stellen."

Aus der Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Anton Baron

Für die Inhaberin der Gaststätte Carmen Donath ist die Begründung überraschend: Sie sei nie eingeschüchtert worden, sagst sie.

"Es war keiner da, der mich in irgendeiner Weise genötigt hat, irgend etwas zu tun. Ich wüsste auch gar nicht, wer in Langenburg eine linke Gruppe wäre. Es war meine freie Entscheidung, diesen Abend abzusagen."

Carmen Donath, Inhaberin Gaststätte Langenburg

Zudem fühlt sich Donath getäuscht. Sie habe im Vorfeld überhaupt nichts von einem AfD-Bürgerdialog in ihrem Haus gewusst. Die Anfrage für die Anmietung des Raumes sei von einem Gartenbaubetrieb gekommen. Es sei eine Firmenveranstaltung mit etwa 25 Personen angemeldet worden. Man habe sich noch einmal melden wollen, was allerdings nicht geschah, so Donath.

Über AfD-Veranstaltung aus Gemeindeblatt erfahren

Dass die AfD eine Veranstaltung in ihrem Haus plant, erfuhr Donath von einem Gast, sagt sie. Nach etwas Recherche fand sie eine Anzeige im Gemeindeblatt, dass die AfD-Veranstaltung bei ihr stattfinden sollte – eben nicht die Firmenveranstaltung: "Diesen politischen Abend wollte ich nicht und habe habe daraufhin der Firma die Veranstaltung abgesagt, erst telefonisch und dann per E-Mail." Der Grund: Weil die AfD nicht ihrer Überzeugung entspreche und sie die Partei "weder unterstützen, noch im Haus haben möchte."

Polizei: "Unstimmigkeiten in der Vermietung"

Auch die Polizei wusste, dass die Veranstaltung der AfD in Langenburg abgesagt wurde, von einer Nötigungs- oder Bedrohungslage ist ihr aber nichts bekannt. Man wisse lediglich, dass es zu "Unstimmigkeiten in der Vermietung kam und deswegen die Veranstaltung abgesagt wurde."

Der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron blieb einen konkreten Nachweis mit der Bedrohung bisher schuldig.

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