Logo von Audi (Foto: dpa, Jason Szenes)

Möglicher Chef-Wechsel bei Audi Verunsicherung bei Belegschaft in Neckarsulm

Der Aufsichtsrat von VW soll nach Insider-Informationen am Freitag den Manager Duesmann zum neuen Chef der VW-Tochter Audi berufen. Das hätte auch Folgen für den Standort Neckarsulm.

Offenbar soll der von BMW kommende Manager Markus Duesmann Bram Schot nachfolgen, der erst vor einem knappen Jahr Vorstandsvorsitzender wurde. Weder Audi noch VW äußerten sich zu der Personalie, ebenso wenig zu Spekulationen, dass noch weitere Audi-Vorstandsposten zur Disposition stünden.

Der Wechsel käme in einer für Audi schwierigen Phase, in der Vorstand und Betriebsrat über die künftige Fahrweise in den deutschen Werken Neckarsulm und Ingolstadt diskutieren.

Dauer

Alarmsignal für Neckarsulm

Der Neckarsulmer Betriebsrat äußerte sich im Vorfeld nicht zu den Personalien, wies aber darauf hin, dass Veränderungen im Vorstand für die Belegschaft in Summe ein Alarmsignal seien, insbesondere dann, wenn sie an Häufigkeit zunähmen. Jeder, der käme, müsse sich erstmal Vertrauen erarbeiten, um dann miteinander die Zukunft zu regeln. so Klotz.

Nachtschicht fällt weg

Diese Woche wurde bereits angekündigt, die letzte Nachtschicht in Neckarsulm nach und nach zu streichen. Und das bei den Modellen A6 und A7, die früher noch richtig gutes Geld gebracht hatten. Nachdem die Verkaufszahlen laufend nach unten gegangen waren, hat Audi Ende Oktober die Absatzprognose für das laufende Jahr heruntergesetzt.

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Weniger Schichten, mehr Ferien

Und wenn weniger Autos verkauft werden, muss auch die Produktion nicht auf Hochtouren laufen. Im Audi Werk Neckarsulm fallen deshalb immer wieder Schichten aus, stehen die Montagelinien sogar mal mehrere Tage still, werden die Weihnachtsferien verlängert. Die rund 250 betroffenen Mitarbeiter sollen dann anderweitig eingesetzt werden, hieß es.

"Man muss schon sagen, dass es ein weiterer Nackenschlag für das Werk ist, neben den Schichten an produktionsfreien Tagen jetzt die letzte Dauernachtschicht zu streichen. Das führt zu einer insgesamt ziemlich traurigen Stimmung."

Rolf Klotz, Neckarsulmer Betriebsratschef

Große Verunsicherung bei Belegschaft

Die Belegschaft bekommt mit, was in ihrem Werk nicht rund läuft, und es erhebt sich die Frage, wie es in Zukunft weitergeht. Dazu sind allerlei Ideen öffentlich geworden, aber die tatsächlichen Pläne sind von der Audi-Geschäftsleitung bisher nicht bekannt gegeben worden. Deshalb sei die Verunsicherung groß, so Rolf Klotz.

Pläne sollen am Freitag vorgelegt werden

Am Freitag sollen Pläne zur künftigen Werksbelegung den Aufsichtsräten von VW und Audi vorliegen - Vorstand und Betriebsräte haben bereits Gespräche geführt, die, wie es heißt, jetzt einen Schritt vorangekommen sind, um zumindest die Basis für eine Einigung hinzukriegen. Wie die am Ende aussieht, dazu gibt es weder von Audi noch vom Betriebsrat bisher offizielle Informationen.

Demonstration am Freitag

Starke Unterstützung zeigt die IG Metall für die Beschäftigten der Auto- und Zulieferindustrie. Sie will mit mehr als 10.000 Demonstranten am Freitag in einer Woche auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen Stellenstreichungen und Sparprogramme in der Branche protestieren.

Inwiefern das vom möglichen Personalwechsel im Audi-Vorstand beeinflusst werden könnte, ist unklar.

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