Betriebsrat fordert Klarheit bei Produktionsplanung Audi-Beschäftigte fordern SUV-Produktion

Die Belegschaft von Audi in Neckarsulm hat sich am Donnerstag zu ihrer letzten Betriebsversammlung des Jahres getroffen. Der Betriebsratschef äußerte dabei klare Forderungen.

Die Nachfrage in den Segmenten habe sich verschoben, der Marktanteil der dort gebauten Limousinen und Kombis schrumpfe - das mache sich am Standort immer deutlicher bemerkbar, so der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung.

Dauer

Neuer Abgasstandard sorgt für stockende Produktion

Außerdem müsse der neue Vorstandschef Bram Schot dafür sorgen, dass Audi die für viele Modelle immer noch ausstehende Zulassung nach dem neuen Abgasmessverfahren WLTP rasch bekomme und dass alle Kräfte darauf gebündelt werden.

Schot sagte, die Herausforderungen würden nicht kleiner, sondern größer. Audi müsse neu ausgerichtet, die Marke müsse geschärft werden. Der Vorstand wolle den Kulturwandel forcieren, den Kernmarkt China stärken und maßgebliche Zukunftstechnologien treiben.

Zumindest etwas Positives konnte die Belegschaft aus der Betriebsversammlung mitnehmen: Am Standort Neckarsulm sollen zukünftig auch Batterien für Elektroautos zusammengebaut werden.

AUDI-Forum in Neckarsulm (Foto: picture-alliance / dpa, Christoph Schmidt)
Zum letzten Mal in diesem Jahr ist Betriebsversammlung im Neckarsulmer Audi-Werk Christoph Schmidt

Bereits am Mittwoch hatte der Betriebsrat in Ingolstadt klare Verhältnisse an der Unternehmensspitze und einen klaren Kurs gefordert. Bram Schot sei nach Überzeugung des Betriebsrates der Richtige für diese Aufgabe.

Außerdem war bekannt geworden, dass Schot zum 1. Januar 2019 neuer Audi-Chef nach Rupert Stadler wird. Im Oktober hatte Audi Stadlers Vertrag als Vorstandschef beendet.

Arbeitnehmervertreter üben Druck aus

Dass der Aufsichtsrat solch ein Signal vor den Betriebsversammlungen in Ingolstadt und Neckarsulm gesetzt hat, könnte auf den erhöhten Druck der Arbeitnehmervertreter zurückgeführt werden.

Der Betriebsrat fordert, die Belegschaft von Anfang an in die Entwicklung einzubinden. Das bedeute für das Werk Neckarsulm auch Klarheit, wie die Produktionsplanung im ersten Quartal 2019 laufen wird. Die Entscheidung darüber wurde zunächst verschoben und soll offenbar in den kommenden Woche fallen.

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