Maschinenhaus Neckarwestheim Block 1 zwei Arbeiter an einer Maschine beim Rückbau (Foto: SWR, Dambach, Alexander)

BUND: Atomkraftwerk bleibt unsicher Erneut kleine Risse in Rohren bei AKW Neckarwestheim entdeckt

Bei der laufenden Jahresrevision im Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim sind über 190 Rohre mit Schäden entdeckt worden. Der BUND hält das AKW für unsicher.

Bei der Revision im Gemeinschaftskraftwerk (GKN) in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) wurden alle rund 16.000 Heizrohre der Dampferzeuger geprüft. Dabei seien bei 191 Rohren sicherheitstechnisch relevante rissartige Schwächungen der Wandstärke entdeckt worden, so das baden-württembergische Umweltministerium.

EnBW: Wandstärken weit über Mindestwerten

Laut Betreiber EnBW liegen die Wandstärken - so wörtlich - weit über den erforderlichen Mindestwerten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dagegen fordert, Neckarwestheim dürfe nach der Revision nicht wieder ans Netz gehen.

Ähnliche Schäden schon 2018

Ähnliche Schäden waren auch bei der Revision im vergangenen Jahr entdeckt worden. Daraufhin stand Block II still und die Revision wurde bis Mitte November 2018 verlängert. Hinweise auf Lecks gab es damals nicht. Anfang November ging Block II wieder ans Netz.

Verbesserte Messtechnik

Aufgrund neuer Erkenntnisse im Bereich der eingesetzten Messtechnik wurde in diesem Jahr die Mess- und Auswertemethodik verbessert, teilt das Ministerium mit. Die EnBW habe ein Reparaturkonzept vorgelegt, das sich an die Vorgehensweise von 2018 anlehnt. 

STAND