Wo bleibt 2019 in Heilbronn die Regionalität? Nur drei heimische Gastronomen auf der BUGA

"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen." Diese Redensart soll auch 2019 bei der Bundesgartenschau in Heilbronn gelten. Doch für heimische Küche gibt es dort nur wenige Anbieter.

Die Bundesgartenschau (BUGA) im kommenden Jahr will zeigen, was die Region Heilbronn-Franken zu bieten hat - das auch in kulinarischer Hinsicht.

BUGA-Stand mit diversen Ölen von der Ölmühle Erlenbach (Foto: SWR, Nicole Heidrich)
Beim letzten Baustellenfest gab es den regionalen Erzeugermarkt - das Gastro-Angebot soll weniger Regionales bieten Nicole Heidrich

Nur drei Betriebe aus der Region

Von den Gastronomen aus der Region allerdings sind gerade einmal drei auf der zukünftigen BUGA vertreten. Unter ihnen ist ein Edel-Italiener und ein Metzger mit Imbiss-Kette.

Wie regional also isst man auf der Gartenschau? Anfangs machten sich immerhin rund 50 Betriebe aus Heilbronn-Franken Hoffnung, mit dabei zu sein.

Rund 50 Gastwirte interessiert

Gourmetkoch Uwe Straub aus Leingarten (Kreis Heilbronn) beispielsweise kann sich noch gut an die ersten Info-Veranstaltungen und die vielen Mitbewerber erinnern. Er selbst hätte gerne einen der fünf Street-Food-Pavillons betrieben.

Dauer

Als Preise und Zahlen auf den Tisch kamen, so Straub, seien Kollegen nach und nach ausgestiegen. Auch er rechnete, welchen Zeit- und Personalaufwand er betreiben müsse. Sieben Tage die Woche, jeweils rund 14 Stunden hätte man stemmen müssen. Das wäre nicht gegangen, sagt Straub. Schließlich hat er noch seinen eigenen Betrieb, der muss weiterlaufen.

Lieferanten vorgegeben

Der Idee, sich mit anderen Gastronomen bei den Öffnungszeiten abzuwechseln, schob die Bundesgartenschaugesellschaft einen Riegel vor. Deren Geschäftsführer Hanspeter Faas sagte dem SWR, es könne nicht angehen, dass einer später aufmacht und ein anderer früher schließt. Erschwerend kommt für Straub hinzu: Seine Lebensmittellieferanten darf er sich nicht aussuchen. Die BUGA-Gesellschaft schreibt sie ihm vor.

Pralinen in Etagere (Foto: SWR)
Rund um die BUGA lassen sich Gastro-Einzelhändler bereits jetzt einiges einfallen

Der Gastronom aus Leingarten zählte zu den letzten sechs Interessenten, die tatsächlich den Zuschlag bekamen. Nach all dem aber, ist er doch noch abgesprungen, wie zwei weitere auch.

50 Prozent an Groß-Caterer

Nun wollen sich auf der zukünftigen Bundesgartenschau aus der Region nur noch Metzger Otto Gollerthan, Edel-Italiener Umberto Scuccia und Caterer und Gastronom Marcel Küffner die fünf Streetfood Pavillons teilen. An Küffner geht außerdem ein Restaurant mit Biergarten auf dem Gelände. Der Bundesgartenschaugesellschaft reicht das aus. Geschäftsführer Hanspeter Faas rechnet vor: Damit wird die Hälfte der Sitzplätze regional bewirtschaftet, das sei doch zufriedenstellend. Die anderen 50 Prozent der Gastronomie gehen an einen Groß-Caterer aus Leipzig.

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