Nach Dieselskandal bei Autobauer Anklage gegen Ex-Chef Stadler - Audi bekräftigt Aufklärungswillen

In der Diesel-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler erhoben. Der Auto-Konzern mit Hauptsitz im bayerischen Ingolstadt hat auch einen Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn).

Der ehemalige Chef von Audi Rupert Stadler ist wegen der Abgassaffäre angeklagt (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der ehemalige Chef von Audi Rupert Stadler ist wegen der Abgassaffäre angeklagt (Archivbild) Picture Alliance

Stadler und drei weiteren Angeschuldigten wird "Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung" vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Ob es wirklich zu einem Prozess kommt, entscheidet das Landgericht in München.

Weiter Dieselfahrzeuge verkauft

Der ehemalige Audi-Chef soll unter anderem dafür mitverantwortlich sein, dass der Fahrzeugbauer mit einem Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) noch lange nach Bekanntwerden der Abgasaffäre Dieselfahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten in Europa verkauft hat. Der frühere Topmanager soll spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt haben und trotzdem den Verkauf von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst beziehungsweise nicht verhindert zu haben.

Audi bestätigte derweil den Willen zur Aufklärung, auch als Voraussetzung für den "erfolgreichen Neustart", heißt es.

"Unser Unternehmen kooperiert weiterhin vollumfänglich mit den ermittelnden Behörden, um die Umstände aufzuklären, die zur Dieselkrise geführt haben."

Statement Audi zur Anklage gegen Stadler

Nur so ließen sich die Umstände der Diesel-Krise restlos aufklären, sagte Audi Sprecher Richard Tigges. Man hätte aus der Vergangenheit gelernt und werde das als Chance nutzen.

Die Anklage betrifft rund eine viertel Million Fahrzeuge der Marke Audi, über 71.000 Fahrzeuge der Marke VW und rund 112.000 Fahrzeuge der Marke Porsche.

Stadler in U-Haft

Stadler bestreitet die Vorwürfe. Der ehemalige Audi-Chef saß wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bei Audi von Juni bis Oktober 2018 in Untersuchungshaft. Ende Oktober dann setzte das Oberlandesgericht München den Haftbefehl gegen Stadler außer Vollzug.

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