Feuerwehrauto mit Notrufnummer (Foto: SWR, Studio Heilbronn)

71.000 Notrufe jährlich in Heilbronner Leitstelle Mehr Rettungsdienste schneller am Unfallort

Die Investitionen in den Rettungsdienst haben sich offenbar gelohnt. Das Deutsche Rote Kreuz geht davon aus, dass sich die Einhaltung der sogenannten Hilfsfristen im vergangenen Jahr verbessert hat.

Vor zwei Jahren ist die Personaldecke bei den Rettungsdiensten im Stadt- und Landkreis Heilbronn um über 70 Vollzeitkräfte aufgestockt worden. In Baden-Württemberg sollen die Retter in 95 Prozent der Einsätze in maximal 15 Minuten am Einsatzort sein. Im Jahr 2017 gelang es den Einsatzkräften im Stadt- und Landkreis Heilbronn nicht diese Quote einzuhalten. Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Heilbronn Ludwig Landzettel geht aber davon aus, dass sich die Situation 2018 verbessert hat. Die Auswertung sei allerdings noch in Arbeit. Beim gemeinsam verabschiedeten Plan, der bestimmt, wie viele Fahrzeuge und Personen wo genau vorgehalten werden müssen, habe es jedoch 2018 noch mal eine deutliche Erweiterung gegeben, so Landzettel.

Helfer fordern mehr Respekt

In der Integrierten Leitstelle (ILS) Heilbronn gingen 2018 gut 71.000 Notrufe über die 112 ein. Auch wenn nicht alle zu Einsätzen der Retter geführt hätten, sei die Zahl an sich schon beeindruckend, so Landzettel. Den europäischen Tag der Notrufnummer 112 am 11. Februar nutzten auch Feuerwehr und Rettungsdienste aus der Region, um mehr Respekt gegenüber den Helfern einzufordern. Landzettel erinnerte an einen Fall vor einigen Wochen, bei dem zwei junge Sanitäterinnen in Heilbronn im Einsatz verletzt wurden. Auch die Heilbronner Feuerwehr übt Kritik:

„Negative Erfahrungen macht man immer wieder mal bei Einsätzen. An Unfallstellen wird das Handy gezückt, die Leute reagieren ungehalten, werden unverschämt! Auch der Abstand zu den Verletzten wird oft nicht eingehalten.“

Jürgen Vogt, Sprecher der Heilbronner Feuerwehr

Twitter-Gewitter der Feuerwehren

Die Feuerwehren haben mit einem "Twitter-Gewitter" am 11.2. auf die Notrufnummer 112 aufmerksam gemacht. Die Heilbronner Berufsfeuerwehr hat allerdings keinen Twitter-Account. Der Kreisfeuerwehrverband Heilbronn schon, er hat zwar fast 7.000 Follower bei Twitter, beteiligte sich aber nicht an der Aktion. Wir finden diese jedoch gut, sagte Sprecher Volker Lang dem SWR.

STAND