EIne Person mit leuchtender Gruselmaske im Dunkeln (Foto: SWR)

Polizei-Einsätze wegen angeblicher Kettensägen

Halloween in Baden-Württemberg: Eine "unruhige Nacht" nicht nur für Kinder

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"Süßes, sonst gibts Saures!", lautet der Halloween-Spruch. Mancherorts wurden am Sonntagabend nicht nur Süßigkeiten gesammelt - die Polizei berichtet unter anderem über "Streiche".

In der Nacht auf Montag zogen vielerorts zahlreiche Kinder auch in Baden-Württemberg von Tür zu Tür, um - möglichst gruselig verkleidet - Süßigkeiten zu sammeln. Da zu Halloween auch Feiern und Streiche gehören, kam es vereinzelt zu Polizeieinsätzen im Land. In der Halloween-Nacht zählte das Polizeipräsidium Reutlingen etwa 60 Einsätze. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Einsätze handelte sich um Ordnungsstörungen, Sachbeschädigungen und Ruhestörungen durch private Feierlichkeiten, berichtete die Polizei am Montagmittag.

Echte Kettensägen?

Allerdings kam es auch zu Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikten. So wurde der Polizei eine Auseinandersetzung mit etwa 20 Personen vor dem Rathaus in Eningen (Kreis Reutlingen) gemeldet, bei der angeblich echte Kettensägen mitgeführt würden. Vor Ort stellte sich heraus, dass es zu einer Streitigkeit unter Jugendlichen gekommen war, wobei ein Täter auch Pfefferspray einsetzte. Nach Angaben der Polizei konnte die Lage vor Ort befriedet werden, der Einsatz von Kettensägen konnte ausgeschlossen werden.

In Neckartenzlingen (Kreis Esslingen) wurde der Polizei eine ähnliche Beobachtung gemeldet, wonach drei Personen mit einer Kettensäge unterwegs wären. Die überprüfende Polizeistreife traf daraufhin tatsächlich drei Jugendliche an, die eine Kettensäge mit sich führten, jedoch ohne angebrachtes Sägeblatt. Alle drei wurden demnach ihren Eltern überstellt.

Mannheim: "Halloweentypische Streiche"

Die Polizei in Stuttgart meldet in Bezug auf die Halloween-Nacht am Montag keine besonderen Vorkomnisse. Das Polizeipräsidium Mannheim zählt hingegen rund "50 Halloween-typische Einsätze". Neben zahlreichen Ruhestörungen kam es laut Mitteilung in einzelnen Fällen zu Streitigkeiten und Körperverletzungen sowie "halloweentypischen Streichen" wie an Hauswände geworfene Eier. Auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Hebelstraße in Heidelberg verursachten rund 100 Personen Lärm mit ihren Motorrädern. Diese sammelten sich offenbar zu einem sogenannten "Halloween-Ride-Out". Beim Eintreffen mehrerer Polizeistreifen entfernte sich bereits ein Teil der Biker. Den übrigen Teilnehmern wurde ein Platzverweis für das Stadtgebiet Heidelberg erteilt. "Insgesamt zieht das Polizeipräsidium Mannheim eine positive Bilanz der Halloween-Nacht 2021, die vergleichsweise keine Auffälligkeiten gegenüber einer normalen Wochenendnacht zeigte", so das Resümee der Polizei.

In Friedrichshafen (Bodenseekreis) bewarfen Jugendliche vorbeifahrende Autos, darunter auch Polizeiwagen, mit Eiern und weiteren Dingen. Laut Polizei hatten sich die 50 bis 60 jungen Menschen auf einem Parkplatz versammelt. Der Platz wurde von Beamten geräumt.

Eine Person mit gruseliger Clownsmaske hält rote Herz-Luftballons in den Händen (Foto: SWR)
Das Halloween-Horror-Haus eines Halloween-Fans in Karlsruhe am Sonntagabend.

Auch im Raum Karlsruhe, Pforzheim und Rastatt hat die Halloween-Nacht für keine größeren Einsätze gesorgt. Die Polizei Karlsruhe sprach zwar von einer "unruhigen Nacht". Dies sei aber auch dem Beginn der Herbstferien in Baden-Württemberg geschuldet, so ein Polizeisprecher. In Pforzheim registrierte die Polizei mehrere kleinere Delikte, wie Eierwürfe an Hauswände. Ansonsten sei es sehr ruhig gewesen. In Schömberg (Kreis Calw) wurde ein Kürbis auf die Fahrbahn geworfen. In Horb (Kreis Freudenstadt) und Althengstett (Kreis Calw) mussten Polizeibeamte wegen Böllerschlägen ausrücken. Das Polizeipräsidium in Offenburg meldete ein paar Körperverletzungsdelikte.

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