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Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen steigt in Baden-Württemberg weiter und weiter. Immer mehr Regionen gelten als Risikogebiete. Wie passt da Halloween dazu? Eher gar nicht, findet der Gesundheitsminister.

Mit Blick auf die Feierlichkeiten rund um Halloween am 31. Oktober rät der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) von Umzügen und weiteren bekannten Brauchtümern ab. Angesichts der deutlich steigenden Infektionszahlen rund um das Coronavirus würden die beliebten Klingeltouren von Haustür zu Haustür ein zu hohes Infektionsrisiko darstellen, so der Grünen-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Um die Häuser ziehen? Nicht in Zeiten der Pandemie

Am Vorabend von Allerheiligen ziehen alljährlich verkleidete Kinder und Jugendliche in Gruppen auf der Jagd nach Süßigkeiten durch die Straßen. "Natürlich wird niemand kontrollieren, ob ein paar Nachbarskinder bei Ihnen klingeln und Gummibärchen erpressen. Aber es ist ganz sicher nicht die Zeit, zu zehnt um die Häuser zu ziehen oder gar richtige Umzüge zu veranstalten", sagte Lucha.

Manfred Lucha (Grüne), Gesundheitsminister (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Christoph Schmidt)
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) äußerte sich vor dem Halloween-Fest 2020 besorgt Foto: Christoph Schmidt

Die Menschen in Baden-Württemberg sollten nur noch das machen, was zwingend notwendig sei, damit eine flächendeckende Schließung von Kitas, Schulen und Wirtschaftsbereichen verhindert werden könne. "Da stellt sich natürlich die Frage, ob Umzüge zu Halloween zu den wirklich notwendigen Aktivitäten zählen", ergänzte Lucha.

Appell an die Eltern

Eltern rief er auf, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. "Sie sollten nicht vergessen: Es besteht immer die Gefahr, bei Menschen zu klingeln, die krank sind oder die sich gerade in Quarantäne befinden."

Die Polizei geht davon aus, dass in diesem Jahr pandemiebedingt viele Türen an Halloween geschlossen bleiben. Traditionsgemäß werde demjenigen, der nicht öffne und keine Süßigkeiten gebe, ein Streich gespielt, sagte ein Polizeisprecher. Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart, betonte: "Verschlossene Türen sind unbedingt zu respektieren."

Halloween wie bisher "geht in diesem Jahr nicht"

Bereits am Montag hatte sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) davon abgeraten, die ansonsten üblichen Klingeltouren an Halloween in diesem Jahr durchzuführen. "Auch wenn das für Kinder und Jugendliche sehr traurig ist, aber Halloween, so wie sie es kennen, das geht in diesem Jahr nicht", sagte sie der Zeitung "Welt". "In Gruppen von Tür zu Tür zu laufen und Süßigkeiten zu sammeln - dafür ist aktuell nicht die Zeit." Das Ansteckungsrisiko sei zu groß.

Giffey schloss sich damit einer Forderung der Kinder- und Jugendärzte an, die zu dem Verzicht auf Umzüge am Abend des 31. Oktober geraten hatten. "Ich bin sicher: Wenn wir das den Kindern gut erklären, dann werden sie es auch verstehen", so die Ministerin.

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