Sparkasse (Foto: SWR)

Immer mehr Cyber-Kriminalität im Land

Hackerangriff auf baden-württembergischen Sparkassenverband

STAND

Angriffe auf IT-Systeme von Privatfirmen und öffentlichen Einrichtungen häufen sich, gerade in Corona-Zeiten. Opfer ist nun der BW-Sparkassenverband. Die Täter fordern Lösegeld.

Der Sparkassenverband Baden-Württemberg ist von Hackern angegriffen worden und vorerst nur eingeschränkt arbeitsfähig. Der Angriff sei über das E-Mail-System erfolgt und bereits am Montag festgestellt worden, sagte ein Verbandssprecher am Donnerstag in Stuttgart. Es sei den Angreifern offenbar gelungen, zumindest teilweise die interne Kommunikation mitzulesen. Wie der Sprecher weiter erläuterte, drohen die Hacker mit der Veröffentlichung von Daten, wenn der Sparkassenverband kein Lösegeld zahlt.

Hacker am PC (Symbolbild) (Foto: SWR, SWR -)
Seit Beginn der Pandemie nehmen Cyber-Angriffe zu. SWR -

Ungewissheit über Daten

Ob Daten abgeflossen seien, wisse man derzeit noch nicht. Es seien bislang aber keine veröffentlicht worden. Die Behörden ermittelten. Der Sprecher betonte, die IT-Systeme einzelner Sparkassen seien nicht von der Attacke betroffen. Der Verband ist die Dachorganisation der 50 Sparkassen-Institute in Baden-Württemberg.

Komplette IT soll neu eingerichtet werden

Aus Sicherheitsgründen will der Verband nun seine gesamte IT-Infrastruktur neu aufsetzen, dazu habe man neue Server angeschafft. Die eigenen IT-Programme würden zudem einzeln von Experten auf Hackerspuren durchleuchtet. Bis man wieder voll arbeitsfähig sei, dauere es noch ein paar Tage. Bis auf weiteres sei der Verband telefonisch, aber nicht mehr per E-Mail erreichbar.

Eine Hand an einer Laptop-Tastatur. Es geht dabei um Cyber-Kriminalität. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Hacker greifen immer wieder über E-Mails die IT-Systeme ihrer Opfer an. picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Verband schottet sich nach außen ab

Nach dem Angriff wurden den Angaben zufolge zunächst alle IT-Verbindungen nach außen, später dann auch intern gekappt. Nun seien IT-Fachleute dabei, das System Stück für Stück wieder aufzubauen. Neben dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sei auch das baden-württembergische Innenministerium eingeschaltet worden, so der Sparkassensprecher.

LKA hält sich bedeckt

Das baden-württembergische Landeskriminalamt teilte mit, es habe "Auffälligkeiten" gegeben, die einen Hackerangriff vermuten ließen. "Ob und in welchem Umfang dies abschließend bestätigt werden kann, ist Gegenstand der derzeit laufenden Ermittlungen." Weitere Details wollte die Behörde zunächst nicht nennen.

Mehr zum Thema

Freiburg

Nach Hackerangriff auf Versandhändler Freiburger IT-Experte: "Cyberattacken nehmen seit Corona deutlich zu"

Der Freiburger Versandhändler "Waschbär" ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Attacke ist bei weitem kein Einzelfall, weiß Nicolai Landzettel. Der IT-Experte unterstützt Firmen im Kampf gegen Cyberkriminelle. Seit der Pandemie hat er besonders viel zu tun.  mehr...

Karlsruhe

Karlsruhe Hackerangriff auf Fiducia legt Online-Banking lahm

Ein Hackerangriff auf den IT-Dienstleister Fiducia aus Karlsruhe hat das Online-Banking zahlreicher Geldhäuser zeitweise lahmgelegt. Betroffen waren neben Volksbanken auch einige Sparda-Banken und private Geldhäuser. Laut Fiducia war von dem Hackerangriff am Donnerstag unter anderem das Rechenzentrum in Karlsruhe betroffen. Die Angreifer überrollten die Server mit einer Flut von Datenanfragen, um diese lahmzulegen. Zudem gab es einen Angriff auf ein weiteres Rechenzentrum des IT-Dienstleisters in Münster. Durch die Sabotage waren die Bank-Webseiten oder das Onlinebanking mehrere Institute zeitweise nicht oder nur sporadisch erreichbar. Wie viele Kunden betroffen waren, war zunächst unklar. Am Freitag liefen Online- und Mobile-Banking nach Angaben von Fiducia wieder stabil. Es könne aber durch Abwehr-Maßnahmen vereinzelt noch zu kurzzeitigen Einschränkungen für Bankkunden kommen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN