Häuser in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Fabian Sommer/dpa)

Vergleichsweise hohe Steuerlast

Viele Städte und Gemeinden in BW haben Grundsteuer erhöht

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Die Belastung durch die Grundsteuer ist in Baden-Württemberg höher als in vielen anderen Bundesländern. 2021 haben viele Kommunen die Sätze erhöht. Tübingen liegt an der Spitze.

Viele Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr die Grundsteuer erhöht. Die durchschnittliche Steuerlast pro Kopf stieg einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young zufolge leicht um 4 auf 166 Euro. Damit hatte Baden-Württemberg die im Bundesvergleich fünfthöchste Grundsteuerbelastung. Am höchsten fiel der Grundsteuer-Hebesatz zuletzt mit 660 Prozent in Tübingen aus.

Mehr Erhöhungen der Grundsteuer in BW als in anderen Ländern

Die Grundsteuer zu erheben, gilt als ein Instrument von Kommunen, knappe Kassen aufzufüllen. Die Grundsteuer - in diesem Fall die Grundsteuer B - wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und von Eigentümerinnen und Eigentümern bezahlt, oder auf Mieterinnen und Mieter umgelegt.

Laut Studie stiegen die Hebesätze der Grundsteuer B in 13,4 Prozent der Kommunen im Land. Größer war der Anteil nur in Schleswig-Holstein und im Saarland, bundesweit waren es 8,0 Prozent. In 0,3 Prozent der Kommunen in Baden-Württemberg sank der Hebesatz, im Rest blieb er gleich. Eigentümerinnen und Eigentümer in Büsingen am Hochrhein (Kreis Konstanz) konnten sich hingegen über einen Hebesatz von 0 Prozent freuen.

Ab 2025 soll eine neu berechnete Grundsteuer gelten. Bereits in diesem Jahr müssen Eigentümerinnen und Eigentümer dafür eine Grundsteuererklärung abgeben. Der SWR erklärt, was sich konkret ändert:

Ernst & Young: "Erholung vom Corona-Schock"

Bundesweit beobachten die Autorinnen und Autoren der Studie etwas weniger Erhöhungen als in den Vorjahren. "Die starke konjunkturelle Erholung nach dem Corona-Schock hat zu einer überraschend guten finanziellen Entwicklung bei vielen Kommunen und einem kommunalen Finanzierungsüberschuss von 4,6 Milliarden Euro geführt", erklärte der Leiter des Bereichs Government & Public Services bei Ernst & Young, Matthias Schneider. Der Handlungsdruck sei gesunken und weniger Kommunen hätten die Steuern erhöhen müssen.

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