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Die Zahl der Grippefälle in Baden-Württemberg ist stark angestiegen. Bisher starben in dieser Saison mindestens 26 Menschen an der Influenza - die Dunkelziffer könnte aber deutlich höher sein.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich die Zahl der registrierten Grippefälle in Baden-Württemberg bereits fast verdoppelt. Bis zum Montag wurden mehr als 11.000 Fälle gemeldet, wie das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart mitteilte. Vor knapp zwei Wochen waren den Behörden erst 6.430 Fälle bekannt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren knapp 6.200 Fälle registriert worden.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart sind bisher nachweisbar 26 Menschen im Land an der Influenza gestorben - zwei mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Grippesaison beginnt demnach im Oktober. Ihren Höhepunkt erreiche sie im Februar und März.

In Baden-Württemberg gibt es in allen Städten und Landkreisen Erkrankte. Besonders auffallend ist der Anstieg laut LGA aber im Ostalbkreis (75 auf 414), im Landkreis Biberach (von 73 auf 297), im Kreis Heidenheim (84 auf 208), im Neckar-Odenwald-Kreis (26 auf 101) und im Kreis Sigmaringen (19 auf 78).

Warum die Fallzahlen dieses Jahr so hoch sind, lässt sich noch nicht eindeutig sagen. Das LGA geht davon aus, dass zurzeit mehr Personen als üblich zum Arzt gehen, aus Angst davor, den Coronavirus zu haben. Dadurch werden auch mehr Grippe-Erkrankte diagnostiziert. 

Behörden rechnen mit hoher Dunkelziffer

Die Grippefälle müssen dem LGA gemeldet werden, wenn das Virus im Labor nachgewiesen wurde. Das Regierungspräsidium Stuttgart geht davon aus, dass die Dunkelziffer der Erkrankungen und auch der Sterbefälle deutlich höher liegt.

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) hatte zuletzt aufgerufen, angesichts der Debatte über das Coronavirus die Grippe nicht aus dem Blick zu verlieren und sich impfen zu lassen: "Influenza ist wesentlich aggressiver, und die Ansteckungsgefahr beim Nichtimpfschutz ist wesentlich größer." Etwa 25.100 Menschen waren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bundesweit während der außergewöhnlich starken Grippewelle 2017/2018 an Influenza gestorben.

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