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Offene Grenzen nach coronabedingter Schließung: Seit Montag können Baden-Württemberger wieder ohne triftigen Reisegrund in die Schweiz und nach Frankreich reisen - etwa zum Einkaufen oder Tanken.

Die Bundespolizei hat die coronabedingten Grenzkontrollen zwischen Baden-Württemberg und Frankreich, zum Beispiel bei Rastatt und Kehl (Ortenaukreis), am Montag um 0 Uhr beendet. Auch die Grenzen zur Schweiz, beispielsweise in Konstanz, sind seit Mitternacht wieder in beiden Richtungen offen. Beim Grenzübergang müssen nun keine Dokumente für den Reisegrund mehr vorgelegt werden. Dies bestätigte die Bundespolizei in Offenburg. Deutsche müssen bei der Einreise nach Frankreich auch keinen französischen Passierschein mehr mit sich führen. Temporäre Kontrollen wie vor Beginn der Coronavirus-Pandemie gebe es jedoch weiterhin. Auch müsse beim Überqueren der Grenze weiterhin ein Ausweis mitgeführt werden, betonte die Bundespolizei.

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Strobl verteidigt Einreisebeschränkungen

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich am Nachmittag mit Politikern aus der Region Elsass und der Ortenau in Kehl getroffen. Strobl betonte dabei die Bedeutung Kehls für die deutsch-französische Freundschaft. Die Einreisebeschränkungen, die im Grenzgebiet kritisiert wurden, verteidigte der Minister trotzdem. Die Pandemie habe die Weltgemeinschaft herausgefordert. Die Einschränkungen seien nötig gewesen. Er räumte aber auch mangelnde Absprachen zwischen den zuständigen Stellen in Frankreich und Deutschland ein. Man wolle aber aus der Erfahrung lernen.

Einkaufstourismus wieder erlaubt

Wegen der Coronavirus-Pandemie waren Mitte März an den Grenzübergängen Kontrollen eingeführt worden. Die Einreise in das jeweils andere Land war nur aus einem triftigen Grund möglich.

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Seit dem 16. Mai wurde nur noch stichprobenartig kontrolliert. Aus touristischen Interessen, etwa zum Einkaufen oder Tanken, durfte die Grenze aber nicht überquert werden. Das ist jetzt wieder erlaubt. Etwa in der Schweiz hatten Einzelhandel und Gastronomie in den vergangenen Wochen nach eigenem Bekunden hohe Umsatzeinbußen durch das Ausbleiben der Kundschaft.

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Hygienemaßnahmen müssen eingehalten werden

Die Grenzöffnung sei daher vor allem für Einzelhändler in Deutschland wichtig, so die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD). Die wirtschaftliche Erholung müsste allerdings mit dem Gesundheitsschutz Hand in Hand gehen.

"So sehr wir uns über die Rückkehr der kaufkräftigen Schweizer Kundschaft im Grenzgebiet freuen, müssen wir darauf achten, dass der Gesundheitsschutz nicht zu kurz kommt."

Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD)

Die Hygienemaßnhamen, Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Geschäften müssten dabei weiterhin eingehalten werden. Auch wenn das für die Schweizer Gäste eine Umstellung sei - in der Schweiz besteht nämlich keine Maskenpflicht.

Nachbarländer nutzen Grenzöffnung bereits

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Viele Franzosen nutzten die Grenzöffnung bereits für einen Einkaufsbummel auf der anderen Rheinseite. So war die Straßenbahn nach Kehl, die direkt über die Europabrücke über die Grenze fährt, voll. Viele Besucher waren sogar mit Trolleys ausgerüstet - denn Lebensmittel, Kosmetik und Tabakwaren sind in Deutschland teilweise günstiger als in Frankreich.

Auch die Händler freuen sich, dass sie wieder französische Kundschaft begrüßen dürfen. Régine Wickers beispielsweise hat vor ihrem Schuhladen in der Kehler Innenstadt extra ein zweisprachiges Schild aufgestellt, um Kunden aus Frankreich zu begrüßen.

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Auch an den Grenzübergängen zur Schweiz wurde den Angaben zufolge am Montag mehr Verkehr verzeichnet als zu Zeiten der Corona-Kontrollen. Vor allem Schweizer sorgten hier wohl für einen höheren Verkehrsandrang.

Handelsverband hofft auf zusätzliche Belebung durch Grenzöffnung

Beim Handelsverband Südbaden setzt man auf zusätzliche Belebung durch die Öffnung der Grenzen. "Wir sind schon zuversichtlich, dass die Franzosen und die Schweizer jetzt wiederkommen", sagt Verbandschef Peter Spindler. Noch sei es jedoch zu früh für eine Bewertung. Sein Konstanzer Vize Utz Geiselhart glaubt nicht, dass sich die Situation von heute auf morgen normalisiert. Die Maskenpflicht in den Geschäften sei für manche Nachbarn gewöhnungsbedürftig. Trotzdem sieht er die Grenzöffnung als weiteres positives Signal.

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