In Lindau treffen sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, um über den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie zu beraten.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow (Symbolbild))

Gesundheitsministerkonferenz in Lindau

Gesundheitsminister Spahn und Ärztevertreter einigen sich bei Booster-Impfungen

STAND

Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister von Bund und Ländern tagen momentan in Lindau. Zum Thema Booster-Impfungen konnten sie sich bereits einigen.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteverbände haben sich auf der Gesundheitsministerkonferenz in Lindau am Bodensee auf eine einheitliche Linie in Sachen Auffrischungsimpfungen verständigt. Danach sollen die sogenannten Booster-Impfungen in der Regel ein halbes Jahr nach der ersten Impfserie angeboten werden. Das hat ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem ARD-Hauptstadtstudio bestätigt.

Bislang keine offizielle Empfehlung der STIKO

Insbesondere Ältere, medizinisches Personal und Menschen mit schwachem Immunsystem sollten möglichst bald eine sogenannte Booster-Impfung bekommen. Eine Altersgrenze gibt es bislang nicht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) nennt in ihrer Empfehlung ausdrücklich die über 70-Jährigen als Zielgruppe für Auffrischungen. Erst in wenigen Wochen will sie darüber entscheiden, ob sie die Empfehlung für alle aussprechen wird, so der Vorsitzende und Ulmer Virologe Thomas Mertens am Dienstag.

Vor etwa einem halben Jahr, zu Beginn der Impfkampagne, gehörten sie ohnehin zu einer der Priorisierungsgruppen. Auch wer mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, kann eine Auffrischung bekommen - unabhängig vom Alter und auch schon vier Wochen nach der ersten Impfung.

Millionen Menschen werden noch eine Booster-Impfung brauchen

Spahn und die Ärzteverbände waren zuletzt uneinig darüber gewesen, wer wann für eine Auffrischungsimpfung infrage kommt. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, geht davon aus, dass bis zum Jahresende etwa 13 Millionen Menschen eine Booster-Impfung brauchen. Bislang haben laut Robert Koch-Institut gut 2,3 Millionen Menschen eine Auffrischung bekommen.

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Zuspruch aus dem Land für Booster-Impfung

Zustimmung erhält Spahn aus Baden-Württemberg. Hier können alle Menschen ab 60 bereits eine Booster-Impfung erhalten. Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) rät darüber hinaus vor allen auch Pflegerinnen, Erziehern, Lehrerinnen und Polizisten zur Auffrischung und verweist auf die positiven Erfahrungen in Israel.

"Wir haben die Erfahrungen aus Israel, die eine weitere Welle mit der dritten Boosterung deutlich reduzieren konnten."

Baden-Württemberg will Impfzentren nicht reaktivieren

Spahns Vorschlag, nun wieder Impfzentren einzurichten, lehnt die baden-württembergische Landesregierung dagegen ab. Dies sei "wahnsinnig aufwendig" so Landesgesundheitsminister Lucha im SWR.

Baden-Württemberg erhöht stattdessen die Zahl der mobilen Impfteams, die im Land unterwegs sind. Man wolle unkompliziert dort hingehen, wo man die Menschen erreiche, beispielsweise mit sogenannten Popup-Impfaktionen oder Impfbussen, erklärte Lucha.

Das Interview mit Manfred Lucha vom 2.11.2021 im Video:

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