Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, spricht bei der Regierungspressekonferenz. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Nach Winter-Lockdown

Kaum Ansteckungen im Vorjahr: Lucha rät zur Grippe-Impfung

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Anfang Oktober beginnt die Grippe-Welle. Im letzten Jahr war sie aufgrund der Pandemie kaum spürbar. 2021 könnte das anders sein. BW-Gesundheitsminister Lucha appelliert deshalb sich zu impfen.

Eine Impfung gegen die Grippe sei laut Baden-Württembergs Gesundheitsminister nun besonders wichtig, weil im vergangenen Jahr wegen des Corona-Lockdowns nur sehr wenige Menschen an Grippe erkrankt seien, erklärte Manfred Lucha (Grüne) am Sonntag in einer Mitteilung. Die damaligen Kontakteinschränkungen würden nicht mehr in diesem Umfang benötigt und zugleich sei die Grundimmunität in der Bevölkerung wegen der geringeren Zahl der Infektionen im Jahr 2020 weniger ausgeprägt.

Vergangenes Jahr nur ein Bruchteil an Grippe-Fällen in BW

In der Grippe-Saison von Oktober 2020 bis Februar 2021 waren nach Ministeriumsangaben nur 48 Influenzafälle aus 19 Stadt- und Landkreisen gemeldet worden. In den Vergleichszeiträumen der vergangenen drei Grippe-Saisons lag die Zahl der registrierten Influenza-Erkrankungen eher dagegen zwischen 8.123 und 13.349 Fällen.

Mit einem Modellprojekt in der Apotheke soll die Grippe-Impfbereitschaft in Baden-Württemberg erhöht werden:

Nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) kann man sich laut Lucha gleichzeitig gegen Covid-19 und gegen Grippe impfen lassen. Das komme zum Beispiel für Menschen infrage, die noch gar nicht gegen Covid-19 geimpft seien, aber auch für Menschen, denen eine Auffrischimpfung empfohlen wird.

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Lucha: Grippe ernst nehmen

Bereits Mitte September warnte der Minister vor dem Risiko einer Grippe-Erkrankung. Damals sagte er: "Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Grippe und Influenza leider aus dem öffentlichen Fokus geraten." Die echte Grippe sei keine einfache Erkältung, betonte Lucha am Sonntag erneut. Sie sei eine ernstzunehmende Erkrankung, die auch tödlich verlaufen könne. Ganz besonders wichtig ist die Impfung nach Angaben Luchas für ältere Menschen und solche mit einer Vorerkrankung, für schwangere Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie für Menschen, die im Beruf oder im Privatleben viele Kontakte zu anderen Menschen haben.

Genug Grippe-Impfstoff in Baden-Württemberg?

Im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen im Land hoch - in zahlreichen Arztpraxen kam es zu Engpässen beim Impfstoff. Die baden-württembergische Kassenärztliche Vereinigung (KV) rechnet auch 2021 mit einer ähnlich starken Nachfrage wie im vergangenen Jahr.

Beginn der Grippe-Saison ist Anfang Oktober. Üblicherweise hat sie ihren Höhepunkt im Februar und März. Nach der Impfung dauert es bis zu zwei Wochen bis zu einem vollständigen Impfschutz.

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SWR