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Die Zahl der in der Corona-Pandemie überforderten Gesundheitsämter steigt. Der Leiter des Gesundheitsamts Mannheim, Peter Schäfer, sieht seine Behörde noch nicht überlastet. Sollten die Zahlen allerdings steigen, würde es auch dort eng.

Laut RKI melden 60 der bundesweit 400 Gesundheitsämter in Deutschland zur Zeit Engpässe bei der Arbeit zur Pandemie-Bekämpfung. Die sieht Peter Schäfer für das Gesundheitsamt Mannheim noch nicht.

Hoher Einsatz der Mitarbeiter und mehr Stellen

Im Gespräch mit dem SWR lobte Schäfer vor allem die Einsatzbereitschaft, die es möglich mache, die Pandemie-Lage noch einigermaßen zu kontrollieren: "Die Mitarbeiter engagieren sich weit über das übliche Maß hinaus, weil es ihnen wichtig ist diesen Einsatz zu leisten. Deshalb schaffen wir es, dass wir in etwa zwei Dritteln der positiven Fälle noch die Quelle der Ansteckung ermitteln können." Die Zahl der Stellen sei darüber hinaus aber auch deutlich erhöht worden: "Wir hatten vor Corona 17 Stellen im Infektionsschutz, wir sind derzeit bei 135 Stellen", so Schäfer. Dazu kämen noch 30 Soldaten der Bundeswehr zur Unterstützung in der Kontaktpersonen-Nachverfolgung.

Nicht alle Anfragen können bedient werden

Die hohe Belastung durch die Pandemie führe allerdings dazu, dass nicht alle Bürgeranfragen zeitnah beantwortet werden könnten, räumt Schäfer ein. Es müssten Prioritäten gesetzt werden: "Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kitas. Dass wir dort schnell die Rückmeldung geben können." Aufgaben wie Einschulungsuntersuchungen würden deshalb aktuell zurückgefahren, aber zum Beispiel "sozialpsychiatrische Beratung oder bestimmte Gutachten – die müssen erfolgen", betont Schäfer.

"Bitte unterstützt uns alle in der Pandemiebekämpfung!"

Peter Schäfer, Leiter des Gesundheitsamts Mannheim

Zahlen sollten nicht weiter steigen

Sollten die Infektionszahlen deutlich steigen, sieht auch Schäfer das Gesundheitsamt Mannheim an der Belastungsgrenze: "Es wird eine Grenze geben, wo es nicht mehr leistbar ist. (…) Ich kann ihnen keine konkrete Zahl nennen, wann es sein wird. Aber man müsse einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger richten: "Bitte unterstützt uns alle in der Pandemiebekämpfung".

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