Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, beantwortet zur Förderung der Medikamentenentwicklung gegen COVID-19 auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm)

Auch Vorhaben aus BW erhalten Förderung

Bundesregierung unterstützt Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus

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Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus. Auch Unternehmen aus Baden-Württemberg erhalten eine Förderung.

Das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium fördern sechs Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 arbeiten, mit 150 Millionen Euro. Unter den Firmen befinden sich mit dem Tübinger Pharma-Unternehmen Atriva, Apogenix aus Heidelberg und der DRK Baden-Württemberg-Hessen GmbH drei Beteiligte aus Baden-Württemberg, so beide Ministerien.

Bundesgesundheitsminister Spahn: "Noch hilft nur Impfen gegen Corona"

Mit der Förderung werde auch in die Zukunft investiert, "weil wir damit auch den deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandort im Bereich Biotechnologie stärken", so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Gleichzeitig bremste der CDU-Politiker aber: "Noch hilft nur Impfen gegen Corona", sagte Spahn. "Aber wir wollen der Pandemie auch langfristig ihren Schrecken nehmen."

Den Angaben der Ministerien zufolge geht es konkret um die Erforschung und Entwicklung sogenannter antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion haben oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpfen.

"Teilweise wurden die Arzneimittel bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht. Nun soll getestet werden, ob sie auch einen Effekt auf eine Covid-19-Erkrankung haben", hieß es in einer Mitteilung.

Atriva aus Tübingen forscht an Corona-Medikament

So forscht das Tübinger Unternehmen Atriva an einem Medikament, dass an Patientinnen und Patienten eingesetzt werden soll, die schwer erkrankt sind, aber nicht beatmet werden müssen. Das Medikament greift das Virus selbst nicht an, verhindert aber die Vermehrung im Körper. Womöglich könnte es auch helfen, um das sogenannte Long-Covid-Syndrom zu verhindern. Das Medikament wird derzeit an der Berliner Charité in der zweiten Phase der klinischen Studie an über 200 Patienten getestet.

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Bundesforschungsministerin Karliczek: Nicht alle Menschen können geimpft werden

"Selbst bei flächendeckender Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen werden nicht alle Menschen eine Impfung erhalten können. Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sie dämpfte zugleich die Erwartungen an die rasche Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus. Deren Entwicklung dauere in der Regel Jahre und keine Monate. Es seien dabei "keine Wunder zu erwarten". "Es wird nicht das eine Medikament gegen Covid-19 geben."

Vielmehr benötigten die Patientinnen und Patienten je nach Stadium und Entwicklung verschiedene Therapien. Bei den jetzigen Vorhaben sei allerdings im Idealfall eine bedingte Zulassung für das kommende Jahr zu erwarten, betonte Karliczek zugleich.

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