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Das EM-Fieber steigt, die Vorfreude wächst - oder doch nicht? Kaum Fahnen in den Straßen. Und viele scheinen sich nicht zu trauen, überhaupt an ein Public Viewing zu denken.

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Klassisches offenes Public Viewing wird es nach den Plänen des Sozialministeriums nicht geben. Allerdings sind Kunst- und Kulturveranstaltungen bei einer Inzidenz von stabil unter 35 im Freien mit bis zu 750 Menschen möglich. Das gilt auch für den Sport. Es müsste ähnlich wie beim Open Air Kino mit Zugangskontrollen sowie Ordnerinnen und Ordnern gewährleistet werden, dass die Abstände eingehalten und die Kontakte nachverfolgt werden können, so das Ministerium.

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Lösung: Fußball im Biergarten oder in der Kneipe

Öffentliche TV-Übertragungen in einem Biergarten seien erlaubt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart. Hier würden die Abstandsregeln für die Gastronomie gelten. Auch in der Kneipe ist das Fußballschauen möglich. Bei einer Inzidenz von unter 100 gilt die 3-G-Regelung, also nachweislich getestet, genesen oder geimpft. Sie entfällt nur im Außenbereich, wenn die Inzidenz stabil unter 35 ist. Das ist mittlerweile in den meisten Landkreisen in Baden-Württemberg der Fall.

Auch zu Hause kann geschaut werden

In den eigenen vier Wänden gelten die allgemeinen Kontaktregeln, bei einer Inzidenz unter 50 können sich 10 Personen aus drei Haushalten treffen. Kinder bis einschließlich 13 und Durchgeimpfte sowie Genesene werden nicht mitgezählt.

Paulaner in Stuttgart bereitet sich auf EM vor

Während in der Stuttgarter Innenstadt wenig Fußballvorfreude zu spüren ist, sieht das bei Restaurantleiter Florian Frey vom Paulaner am alten Postplatz anders aus: "Ich freu mich total, dass es jetzt endlich losgeht mit der EM. Ich bin eh ein verrückter Fußballfan." Für die Europameisterschaft hat er extra zwei große Fernseher gekauft, die er ab Freitag in seinem Biergarten aufbauen wird.

"Unsere Gäste sind heiß drauf, die freuen sich. Vor allem viele Stammgäste haben schon reserviert."

In Karlsruhe wird der Biergarten zur Fanmeile auf Abstand

Im Kühlen Krug in Karlsruhe ist Geschäftsführer Michael Schulz ebenfalls mit Vorbereitungen beschäftigt. Das Interesse sei groß, 300 Menschen könnten bei ihm auf sechs Fernseher und drei Leinwänden die Spiele verfolgen. Die Herausforderung bleibe die Einhaltung der Hygienebestimmungen. "Da muss man dann manchmal erst an einem Biertisch schauen, aus wie vielen Haushalten die Gäste jetzt eigentlich kommen oder wer alles geimpft ist." Aber wenn dann auch bei ihm ein bisschen EM-Feeling aufkommt, hat sich für Michael Schulz die Mühe schon gelohnt.

Auch Ulm erlaubt TV-Übertragungen in Biergärten und Gaststätten

Die Stadt Ulm und der Alb-Donau-Kreis gaben die Regeln für das Public Viewing in Ulm erst kurzfristig bekannt. Auch hier wird es keine großen Veranstaltungen zur Fußball-Europameisterschaft geben. Gemeinsames Fußballschauen unter Corona-Regeln soll aber möglich sein, heißt in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadt, Landkreis und Polizei. In Biergärten und Gaststätten in Ulm dürfen öffentliche Fernseh-Übertragungen stattfinden. Dabei gelten die Corona-Regelungen für die Gastronomie, also Einhaltung von Sperrzeiten, Abstands- und Hygieneregeln. Die Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein, ihre Kontaktdaten hinterlassen und Masken tragen, sobald sie ihren Tisch verlassen. Spontane Autocorsos werden toleriert, sofern Dritte nicht beeinträchtigt werden. Privat dürfen bis zu zehn Personen aus drei Haushalten gemeinsam Fußball schauen, Kinder nicht mitgezählt.

Innenminister Strobl: "Pandemie ist noch nicht überstanden"

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) ruft die Fußballfans bei all der Euphorie zur Vorsicht auf: "Die Pandemie ist noch immer nicht überstanden und die bestehenden Corona-Verordnungen haben weiterhin Gültigkeit", wird er in einer Pressemitteilung seines Ministeriums zitiert. "Wir müssen trotz aller berechtigten Freude über den Rückgang der Infektionszahlen noch immer vorsichtig sein, sonst setzen wir unsere mühsam erzielten Erfolge aufs Spiel."

Weiter heißt es, dass die Polizei in Baden-Württemberg auf die EM vorbereitet sei und davon ausgehe, dass mit den fast schon traditionellen Autokorsos und Jubelfeiern zu verschiedenen Spielen zu rechnen ist. "Wir werden schon nach dem Auftaktspiel Türkei gegen Italien sehen, wo die Reise hingeht und wie eng die Polizei entsprechende Veranstaltungen begleiten muss", so Strobl. Gewaltsame Auseinandersetzungen oder Ausschreitungen würden nicht toleriert werden.

Thomas Strobl, der Landesvorsitzende der CDU in Baden-Württemberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod)
Thomas Strobl (CDU) warnt davor, sich im Fußballfieber nicht an die Corona-Verordnungen zu halten: "Die Pandemie ist noch immer nicht überstanden." picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod
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