Protestzug der IG Metall Baden-Württemberg (Foto: Pressestelle, IG Metall Baden-Württemberg)

Verhandlungen in Ludwigsburg

Einigung bei Metall-Tarifverhandlungen noch in weiter Ferne

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In der aktuellen Tarifrunde der Metallindustrie laufen die Verhandlungen - bisher ohne Abschluss. Begleitet werden sie in BW von Warnstreiks.

Eine Einigung in dem Tarifstreit der deutschen Metall- und Elektrobranche ist noch in weiter Ferne. Die Gespräche seien ins Stocken geraten, teilten Sprecherinnen der Gewerkschaft IG Metall und des Arbeitgeberverbands Südwestmetall am späten Donnerstagabend mit. Man befinde sich in einer "schwierigen Lage", hieß es von beiden Seiten in Ludwigsburg bei Stuttgart. Zu Details äußerten sie sich nicht. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann und Gesamtmetallchef Stefan Wolf hätten sich in die Gespräche eingeschaltet. Zuvor hatte eine IG-Metall-Sprecherin erklärt, die ersten Gespräche seien konstruktiv gelaufen.

Ziel ist ein Pilotvertrag in Baden-Württemberg für die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten. Zuletzt lagen die Positionen weit auseinander, dennoch scheint eine Einigung möglich.

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Tag der Entscheidung im Streit zwischen IG Metall und Arbeitgebern

Sowohl die Industriegewerkschaft Metall als auch die Arbeitgeberseite bekräftigten zum Auftakt der Verhandlungsrunde ihren Einigungswillen. Bereits zu diesem Zeitpunkt rechnete man damit, dass sich die Gespräche ziehen dürften: "Nicht nur Kreuzberger Nächte sind lang, sondern auch Tarifnächte", sagte Roman Zitzelsberger, IG-Metall-Bezirksleiter Baden-Württemberg.

Am Verhandlungsort in Ludwigsburg waren auch die Spitzengremien von Gesamtmetall und IG Metall. Der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, gab sich optimistisch: "Ich war schon öfter in Ludwigsburg und kam in der Regel mit guten Ergebnissen nach Hause. Ich bin Berufsoptimist und ich glaube, wir sollten alles tun, um zu einem Ergebnis zu kommen." Auf Arbeitgeberseite war Harald Marquardt von Südwestmetall guter Dinge: "Wir sind grundsätzlich immer noch zuversichtlich, obwohl die Gespräche der letzten Tage und Wochen ein Auf und Ab bedeuteten."

SWR-Wirtschaftsredakteurin Tina Fuchs ist vor Ort in Ludwigsburg und berichtete bei SWR Aktuell um 21:45 Uhr, wie die Gespräche vorankommen und was passiert, wenn es zu keiner Einigung kommt:

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Ohne Einigung drohen Flächenstreiks

Einig sind sich Gewerkschaft und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, dass die Beschäftigten eine steuerfreie Einmalzahlung von 3.000 Euro bekommen sollen. Gestritten wird dagegen noch, wie stark die Löhne erhöht werden sollen und wie lange der Tarifvertrag gelten wird. Die IG Metall hatte bis zu acht Prozent mehr Lohn gefordert mit einer möglichst kurzen Laufzeit. Die Arbeitgeber haben noch gar kein Lohnangebot vorgelegt.

Sollten die Gespräche scheitern, droht die Gewerkschaft bundesweit mit 24-Stunden-Streiks in sämtlichen Tarifgebieten und Urabstimmungen mit anschließenden Flächenstreiks in einzelnen Regionen. Auch Baden-Württemberg wäre davon betroffen, sagte IG-Metall-Chef Hoffmann im Vorfeld.

Erneut Warnstreiks in Baden-Württemberg

Kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen sind am Donnerstag in vielen Städten in Baden-Württemberg wieder Beschäftigte auf die Straße gegangen. So sollte der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Rund 13.000 Beschäftigte, unter anderem in Albstadt (Zollernalbkreis), Gaggenau und Bietigheim (Kreis Rastatt), haben sich laut IG Metall an Warnstreiks beteiligt.

Laut IG Metall legten bereits am Mittwoch knapp 28.000 Menschen ihre Arbeit nieder. Die größte Kundgebung fand mit 3.500 Teilnehmenden in Mannheim statt. Den Angaben zufolge beteiligten sich seit dem Auslaufen der Friedenspflicht Ende Oktober inzwischen mehr als 286.000 Beschäftigte in Baden-Württemberg an den Warnstreiks.

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