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Wasserhahn auf, Wasser läuft - und das sogar in Trinkwasserqualität. Viele Orte rund um den Bodensee beziehen ihr Wasser aus dem großen See. Was ist alles nötig, bis das Wasser aus 40 Metern Tiefe schließlich aus unserem Wasserhahn fließt?

Der Bodensee ist der größte Trinkwasserspeicher Europas. In Deutschland und der Schweiz versorgen insgesamt 17 Wasserwerke täglich viereinhalb Millionen Menschen mit Trinkwasser. Am österreichischen Bodenseeufer gibt es kein Wasserwerk.

Millionen Menschen trinken Wasser aus dem Bodensee

Auf der deutschen Seite ist das Konstanzer Wasserwerk - nach Sipplingen - das zweitgrößte Wasserwerk am Bodensee. Rund 100.000 Menschen in und um Konstanz werden von hier aus mit Trinkwasser versorgt. SWR-Reporterin Esther Leuffen hat sich von Werksmeister Christian Sawade erklären lassen, wie das Bodenseewasser in die Leitungen kommt. Es wird 700 Meter vom Ufer entfernt und in 40 Metern Tiefe im Überlinger See angesaugt. Im Wasserwerk kommt es im so genannten Quelltopf das erste mal wieder ans Tageslicht. Das Wasser sprudelt so laut, dass man kaum sein eigenes Wort versteht.

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Herausforderung Klimawandel und Quagga-Muschel

Die Qualität des Bodenseewassers ist so gut, dass das Wasser in der Aufbereitungsanlage nur über Mikrofilter und Sandfilter etwa von Plankton befreit werden und über eine Ozonanlage desinfiziert werden muss. Wolfgang Fettke ist Bereichsleiter Trinkwasser der Stadtwerke Konstanz. Im Pumpwerk des Wasserwerks erklärt er, warum der Klimawandel mit den heißen trockenen Sommern für die Trinkwasserversorgung bisher kein Problem ist - die vom Schwarzen Meer eingewanderte Quagga-Muschel dagegen für mehr Arbeit im Wasserwerk sorgt.

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Wasserflöhe schützen vor Giftanschlägen

Das Wasserwerk Konstanz ist mit modernster Technik ausgestattet. Trotzdem kann es auf kleine Helfer nicht verzichten: die Wasserflöhe. Sie reagieren empfindlich auf kleinste Mengen von Schadstoffen im Wasser und zeigen durch Bewegungsveränderungen Verunreinigungen an. Mitarbeiter des Wasserwerks, Dominik Löhle, erklärt, wie man die nur millimetergroßen Tierchen genau beobachtet und wie die Mitarbeiter des Wasserwerks verhindern können, dass Schadstoffe in die Wasserleitungen gelangen.

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Impressionen aus dem Wasserwerk Konstanz

Zu Gast im Wasserwerk Konstanz

Wasserwerk Konstanz (Foto: Pressestelle, Stadtwerke Konstanz GmbH)
Rohwasserpumpen saugen das Wasser aus dem See - 700 Meter vom Ufer entfernt aus 40 Metern Tiefe. Pressestelle Stadtwerke Konstanz GmbH Bild in Detailansicht öffnen
Das Wasserwerk Konstanz wurde bereits 1905 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Pressestelle Stadtwerke Konstanz GmbH Bild in Detailansicht öffnen
Längst ist das alte Wasserwerk für den riesigen Wasserbedarf der Stadt Konstanz zu klein geworden. 1967 ist ein weiteres Gebäude errichtet worden. Bild in Detailansicht öffnen
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Wasserflöhe der Gattung "Daphnien" werden in Konstanz zur Trinkwasserüberwachung eingesetzt. Sie sind einen bis fünf Millimeter groß und reagieren extrem empfindlich auf Schadstoffe im Wasser. Bild in Detailansicht öffnen
Die Bewegungen der Wasserflöhe werden mit einem Monitor genau beobachtet und kontrolliert. Bild in Detailansicht öffnen
Reporterin Esther Leuffen am Quelltopf - mit ungeheuerem Rauschen strömt da Wasser aus der Tiefe des Bodensees in das Becken. Bild in Detailansicht öffnen
Der Quelltopf - hier kommt das Wasser zum ersten Mal an die Oberfläche. Pressestelle Stadtwerke Konstanz GmbH Bild in Detailansicht öffnen
Im Pumpwerk wird das zu Trinkwasser aufbereitete Bodenseewasser durch riesige Rohre ins Konstanzer Wasserleitungsnetz gepumpt. Pressestelle Stadtwerke Konstanz GmbH Bild in Detailansicht öffnen
Das denkmalgeschützte Wasserwerk steht in Konstanz-Staad, in der Nähe des Fährehafens. Bild in Detailansicht öffnen
Dominik Löhle, Mitarbeiter des Wasserwerks Konstanz, weiß, dass das Wasser des Bodensees einen so niedrigen Nitratgehalt hat, dass es sich sogar für die Zubereitung von Babynahrung eignet. Bild in Detailansicht öffnen

Im Video erklärt Dominik Löhle wie das Wasser aus dem Bodensee im Wasserwerk aufbereitet und danach als Trinkwasser in das Wasserleitungsnetz der Stadt Konstanz eingespeist wird. Dabei stellt er auch die selbst gezüchteten Wasserflöhe vor.

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