Rostgänse (Foto: SWR)

Hohe Ernteausfälle wegen Rostgänsen, Krähen und Wildschweinen

Vögel und Wildtiere fressen Freilandgemüse weg

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Landwirte im Kreis Konstanz klagen über Ernteausfälle. Besonders Krähen räumen teilweise ganze Äcker ab. Weil Vogelscheuchen und Schreckschüsse schon lange nicht mehr helfen, fordern die Bauern jetzt den gezielten Abschuss.

Endlich ist es Frühling und Gewächshäuser zur Gemüsezucht sind überflüssig. Doch die Gartenbaubetriebe auf der Reichenau bangen um ihre Freiland-Ernte. Gerade die Gemüseinsel ist in letzter Zeit bei Rostgänsen beliebt.

"Also nach jetzigem Stand, sind locker bereits 50 Prozent der Ernte kaputt."

Im Hegau, ebenfalls Kreis Konstanz, haben Krähenvögel den gesamten Maisacker von Landwirt Alexander Schlenker abgeräumt. Das sei ein Totalschaden, so der Landwirt aus in Rielasingen.

Abschreckungsmaßnahmen oder Vergrämungen wie Vogelscheuchen, Flatterbänder oder Schreckschüsse zeigten kaum Wirkung, so der Hegau-Landwirt. Alexander Schlenker aus Rielasingen und Joachim Wehrle von der Insel Reichenau sind nicht die einzigen, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Getreidefelder oder ihr Gemüse schützen sollen. Deshalb fordern viele Bauern und der Landesbauernverband LBV nun gezielte Abschüsse.

Bedrohte Tierarten könnten durch Abschuss vertrieben werden

Naturschützer sehen dies aber kritisch: Mitarbeiter vom NABU-Bodenseezentrum Reichenau halten einen Abschuss für nicht geeignet. Man verscheuche die Vögel nur auf andere Felder, außerdem seien mögliche Begleitschäden der Abschüsse unverhältnismäßig. Der bedrohte Kiebitz etwa, der eine Kolonie auf der Reichenau habe, würde so womöglich auch vertrieben werden.

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SWR