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Im neuen Prozess um den Supermarkterpresser vom Bodensee hat ein Gutachter dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Der Angeklagte stellte am ersten Verhandlungstag zahlreiche Anträge.

Der 55-jährige Angeklagte lehnte seinen Pflichtverteidiger ab und verlangte eine Vertagung der Verhandlung vor dem Landgericht Ravensburg. Der Anwalt habe nicht das Gespräch mit ihm gesucht, so die Begründung des Angeklagten. Außerdem beanstandete der sogenannte Supermarkterpresser vom Bodensee die Fußfesseln, weil sie ihn in seinen Rechten einschränken würden. Der Richter lehnte beide Anträge ab.

Angeklagter soll Persönlichkeitsstörung haben

Am ersten Verhandlungstag wurde ein sachverständiger Psychiater gehört. Der Angeklagte habe in der Zeit seiner Haft seit 2017 eine narzisstische dissoziale Persönlichkeitsstörung gezeigt, so die Meinung des Experten. Er sehe keine Veränderung seines Narzissmus seit der Tat im Jahr 2017.

Gift in Babynahrung: BGH hob Urteil auf

Damals hatte der Angeklagte aus Ofterdingen (Kreis Tübingen) Gift in Gläschen mit Babynahrung gefüllt, in Friedrichshafen platziert und zwölf Millionen Euro gefordert. Dafür war er 2018 vom Landgericht Ravensburg wegen versuchten Mordes zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf. Der BGH entschied, dass es nur versuchte besonders schwere räuberische Erpressung war, weil der Mann per E-Mail vor den vergifteten Produkten gewarnt habe.

Prozess am Landgericht Ravensburg wird am Freitag fortgesetzt

Deshalb muss die Höhe der Strafe jetzt am Landgericht Ravensburg neu verhandelt werden. Der Prozess wird in einer Woche fortgesetzt. Er war in der Vergangenheit bereits dreimal vertagt worden.

Ravensburg Prozess gegen Supermarkterpresser vom Bodensee unterbrochen

Der Prozess gegen den Supermarkterpresser vom Bodensee am Landgericht Ravensburg ist kurz nach der Eröffnung unterbrochen worden. Die Verteidigerin ist erkrankt. Der Prozess soll am 26. März fortgeführt werden. Der Fall des bereits verurteilten Supermarkterpressers beschäftigt das Landgericht Ravensburg erneut. Laut Bundesgerichtshof hatte sich der Mann 2017 zwar der versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig gemacht, nicht jedoch des versuchten Mordes. Der BGH begründete das damit, dass der Mann vor den Gläschen mit vergifteter Babynahrung in Supermärkten in Friedrichshafen gewarnt hatte.  mehr...

Karlsruhe/Friedrichshafen Urteil gegen Supermarkt-Erpresser teilweise aufgehoben

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen den Supermarkt-Erpresser vom Bodensee in Teilen aufgehoben - bereits im Juni, wie jetzt bekannt wurde.  mehr...

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