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In Friedrichshafen ist der Bestand von Mauerseglern und Mehlschwalben stark zurück gegangen. Die Vögel finden weniger Brutplätze an Gebäuden, diese würden teilweise zerstört.

Eine Erhebung der Stadt Friedrichshafen ergab, dass es 40 Prozent weniger Mauersegler und Mehlschwalben gebe als vor 20 Jahren. Grund für den Rückgang der gebäudebrütenden Vögel ist, dass bei der Sanierung von Gebäuden oft Brutplätze zerstört werden, ohne Ersatz dafür zu schaffen. Mauersegler nutzen kleine, bereits vorhandene Ritzen auf Dachhöhe an Gebäuden und ziehen oft unbemerkt dort ein. Mehlschwalben bauen sich unter den Dächern von Häusern ein Nest oder nutzen bereits vorhandene Nester.

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Stadt Friedrichshafen will Brutplätze schützen

Die Brutplätze dieser Vogelarten sind streng geschützt und dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz auch außerhalb der Brutzeit nicht verschlossen oder zerstört werden. Die Stadt Friedrichshafen will Hausbesitzer besser über den Schutz der Vögel informieren und sie auch bei Schutzmaßnahmen finanziell unterstützen.

Eine Mehlschwalbe baut an ihrem Nest (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)
Ihre Nester baut die Mehlschwalbe aus selbstgesammelten Lehmkügelchen. Die klebt sie zu einem rundlichen Gebilde zusammen. picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Viel weniger Mehlschwalben und Mauersegler am Bodensee

Auch andernorts am Bodensee gibt es weniger Mauersegler und Mehlschwalben. Die Zahlen aus Friedrichshafen seien kein Einzelfall, so das NABU Bodenseezentrum. Zwischen 1980 und 2010 habe der Bestand des Mauerseglers am Bodensee um rund 40 Prozent abgenommen. Bei der Mehlschwalbe ging der Bestand sogar um 60 Prozent zurück.

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