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Eine Spezialfolie, die 15 Monate auf dem Grund des Bodensees gewesen ist, scheint immun gegen den Besatz mit Quagga-Muscheln zu sein. Sie befand sich an einem riesigen Weinfass, das jetzt gehoben wurde.

Die schwarze Folie befand sich unten auf einem 1.000-Liter-Edelstahlfass mit Weißwein, das ein Vorarlberger Winzer im Mai vergangenes Jahres in 60 Metern Tiefe vor Bregenz versenkt hatte. Am Samstag wurde das Fass aus dem Bodensee gehoben.

Wirksam gegen eingewanderte Quagga-Muschel?

Der Hersteller der Folie geht davon aus, dass die Folie für Bootsbesitzer von Interesse sein könnte oder auch für die Ansaugrohre für Trinkwasser der Bodensee-Wasserversorgung. Die in den Bodensee eingewanderte Quagga-Muschel setzt sich massiv in den Rohren fest und verengt sie.

Die Quagga-Muschel setzt sich an den Leitungen der Bodensee-Wasserversorgung fest. (Foto: SWR, Friederike Fiehler)
Die Quagga-Muschel setzt sich an den Leitungen der Bodensee-Wasserversorgung fest. Friederike Fiehler

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung mit Sitz in Sipplingen (Bodenseekreis) setzt jedoch nicht auf die Folie. Folien enthielten Weichmacher, so Sprecherin Maria Quignon gegenüber dem SWR, der Zweckverband arbeite an anderen Lösungen für das Muschel-Problem.

Mit dem Projekt "Tiefenrausch" wollte der Vorarlberger Winzer testen, wie sich die gleich bleibenden Druck- und Temperaturverhältnisse in der Tiefe des Bodensees auf den Geschmack des Weins auswirken. Ein Fass mit Rotwein wurde bereits im Juli aus dem Bodensee geborgen. Eigentlich sollte zuerst der Weißwein nach oben kommen, versehentlich wurde jedoch das falsche Fass gehoben.

Beide Weine werden jetzt in je 1.299 Flaschen abgefüllt und als limitierte "Edition Tiefenrausch" verkauft. Über die Kosten der spektakulären Aktion schweigt der Winzer.

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