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Nachdem das Auswärtige Amt für das österreichische Bundesland coronabedingt eine Reisewarnung ausgesprochen hat, ist die Unsicherheit groß. Vor allem unter Pendlern und Urlaubern in der Bodenseeregion.

Rückkehrer, die länger als 48 Stunden in Vorarlberg waren, müssen in Deutschland in Quarantäne und sich testen lassen. Das österreichische Bundesland hat bereits begonnen, die Testkapazitäten für Touristen auszubauen.

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Ausnahmeregeln gelten für Berufspendler. Arbeitnehmer aus Deutschland können weiterhin in Vorarlberg arbeiten und wieder nachhause fahren, wenn sie sich nicht länger als 48 Stunden in Vorarlberg aufhalten. Das bestätigte das baden-württembergische Sozialministerium gegenüber dem SWR. Grenzschließungen seien nicht geplant, auch keine verschärften Grenzkontrollen, so der Vorarlberger Landesrat Christian Gantner bei einer Pressekonferenz.

Frist im Kreis Lindau ausgeweitet

Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann hat in einer Allgemeinverfügung die 48-Stunden-Frist auf 72 Stunden ausgeweitet. So könnten Arbeitnehmer aus Vorarlberg auch nach einem freien Wochenende wieder nach Deutschland einreisen. Allerdings gilt diese Regelung nur für Schüler und Berufspendler. "Wir wollen, dass der kleine Grenzverkehr weiter funktioniert", sagt Stegmann am Donnerstag. Rund 5.000 Berufspendler überqueren laut Landratsamt täglich die Grenze zwischen Bayern und Vorarlberg.

Bodensee-Schiffsbetriebe fahren nur bis Lindau

Die Bodensee-Schiffsbetriebe in Konstanz haben am Donnerstag sofort auf die Reisewarnung reagiert. Die Ausflugs- und Linienschiffe fahren ab sofort nicht mehr bis Bregenz, sondern nur noch bis Lindau. Das teilten die Stadtwerke Konstanz mit. Die Schiffe der österreichischen Vorarlberg Lines sind weiterhin im Kursverkehr auf dem See im Einsatz. Sie fahren aber von Bregenz nach Lindau ohne Fahrgäste.

Harter Schlag für Tourismus in Vorarlberg

Die Vorarlberger Landesregierung Treffen mit Tourismusverantwortlichen und Wirtschaftsvertretern an. Für den Tourismus sei die Reisewarnung ein harter Schlag, so der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner. Die Hotels rechneten mit zahlreichen Stornierungen. Mehr als die Hälfte der Urlaubsgäste in Vorarlberg kommt aus Deutschland. Zuvor hatte Wallner erklärt, er werde alles daran setzen, dass diese Reisewarnung wieder aufgehoben werde.

Gunther Voigt, Geschäftsführer im Hotel Löwen in Schruns im Montafon, sagte dem SWR, die Auswirkungen seien noch nicht absehbar. Er rechne jedoch mit Stornierungen. Er bedauere, dass von der Reisewarnung ganz Vorarlberg betroffen ist. Im Montafon beispielsweise seien die Fallzahlen geringer als in anderen Landesteilen.

Corona-Fallzahlen in Vorarlberg gestiegen

Nach Wien ist Vorarlberg das zweite österreichische Bundesland, das von Robert Koch-Institut und Auswärtigem Amt zum Risikogebiet erklärt wurde. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in diese Bundesländer werde aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt, heißt es dazu auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. Grundlage für die Bewertung sind die Inzidenzen, die in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegen.

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Weitere Risikogebiete in EU-Ländern ausgewiesen

Neben Vorarlberg hat die Bundesregierung am Mittwochabend Regionen in zehn weiteren EU-Ländern zu Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch die Hauptstädte Dublin, Kopenhagen und Lissabon. Insgesamt sind damit inzwischen 14 von 27 EU-Ländern teilweise als Risikogebiet ausgewiesen.

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