Geflügelhalter im Bodenseekreis und im Kreis Konstanz betroffen

Stallpflicht nach Vogelgrippe-Fall in Konstanz

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Nach einem Fall von Vogelgrippe bei einem Schwan in Konstanz haben die Behörden am Montagabend eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Sie gilt ab sofort im Kreis Konstanz und im benachbarten Bodenseekreis.

Die Stallpflicht gilt sowohl für gewerbliche Geflügelhaltungen als auch für private und Hobbyhaltungen, heißt es in der Mitteilung der Landratsämter. Wer Hühner, Enten, Tauben, Wachteln oder anderes Geflügel halte und dies noch nicht beim Veterinäramt gemeldet habe, soll das schnellstmöglich nachholen. Am Montag war von den Behörden mitgeteilt geworden, dass bei einem verendeten Schwan in Konstanz die Vogelgrippe nachgewiesen worden sei. Der Schwan wurde tot am Konstanzer Seerhein gefunden.

Schwan mit Influenzavirus H5 infiziert

Das Friedrich-Loeffler-Institut habe den Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt, hieß es in einer Mitteilung des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums. Bei dem Konstanzer Schwan sei das Influenzavirus vom Typ H5 nachgewiesen worden. Seit einigen Wochen gibt es in Deutschland vermehrt Meldungen über Vogelgrippe bei Wildvögeln, in Baden-Württemberg wurde das Virus zuletzt bei einem Mäusebussard bei Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) festgestellt.

Kontakt von Hausgeflügel mit Wildvögeln verhindern

Die Halter von Geflügel in den Kreisen Konstanz und Bodenseekreis müssen ihre Tiere ab sofort im Stall halten. Sie wurden aufgerufen, jeden Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu verhindern. Zudem soll darauf geachtet werden, dass das Virus nicht über Einstreu, Futter, Tränke, Geräte oder Schuhwerk eingeschleppt wird. Ende Dezember hatten bereits die Landratsämter im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Landkreis Tuttlingen flächendeckend eine Stallpflicht verhängt.

Einhaltung der Stallpflicht wird kontrolliert

Die Landratsämter im Bodenseekreis und im Kreis Konstanz werden stichprobenartig die Stallpflicht für Geflügel überprüfen. Zudem seien alle Geflügelhalter verpflichtet, ihre Tiere den Behörden zu melden, so der Sprecher des Bodenseekreises, Robert Schwarz. Trete auch in kleinen Haltungen ein Vogelgrippe-Fall auf, hätte das Folgen für Geflügel-Bestände im Umkreis.

Hohes Risiko für Baden-Württemberg

Die Vogelgrippe ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Sie wird meist von Wildvögeln übertragen und ist für Hausgeflügel hochansteckend. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich, für die Tiere meist tödlich. Das Ministerium stuft das Risiko von Geflügelpest-Ausbrüchen bei Wildvögeln im Land aufgrund des Fundes in Konstanz weiter als hoch ein. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, verendete oder kranke Wasser- und Greifvögel zu melden.

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