Teilnehmende der Mahnwache halten Lichter in der Hand (Foto: SWR, Friederike Fiehler)

Hilfstransporte, Demonstrationen, Mahnwachen

Solidaritätsaktionen mit der Ukraine in der Region Bodensee-Oberschwaben

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Mehrere Tausend Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben haben am vergangenen Wochenende gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert.

Am Samstagabend haben in Konstanz viele Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet. Nach Angaben der Polizei versammelten sich bis zu 2.000 Teilnehmende auf dem Münsterplatz. Auch Bundestagesabgeordnete wie Ann-Veruschka Jurisch (FDP) und Andreas Jung (CDU) zählten zu den Zuhörern.

Organisiert wurde die Kundgebung von insgesamt sechs politischen Jugendorganisationen. Mehrere junge Konstanzerinnen und Konstanzer mit Wurzeln in der Ukraine beschrieben in emotionalen Reden die Situation ihrer Familien und Freunde im Kriegsgebiet und forderten die Zuhörerinnen und Zuhörer auf, gemeinsam für den Frieden einzustehen. Anschließend wurden viele Kerzen auf dem Münsterplatz entzündet.

Menschen auf Mahnwache vor dem Konstanzer Münster (Foto: SWR, Friederike Fiehler)
Die Veranstalter, mehrere politische Jugendorganisationen, hatten ursprünglich nur mit wenigen hundert Teilnehmenden gerechnet. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Organisiert wurde die Kundgebung von insgesamt sechs politischen Jugendorganisationen. Rebecca Luer Bild in Detailansicht öffnen
Konstanzerinnen und Konstanzer mit Freunden und Familie in der Ukraine berichteten in emotionalen Reden, was sie und ihre Lieben in den letzten Tagen durchlebt haben. Rebecca Lüer Bild in Detailansicht öffnen
Nach der Kundgebung entzündeten viele Teilnehmerinen und Teilnehmer Kerzen am Münsterplatz in Konstanz. Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen
Friederike Fiehler Bild in Detailansicht öffnen

In Singen (Kreis Konstanz) sind bereits am Samstagvormittag rund 200 Teilnehmer zu einer Mahnwache in der Fußgängerzone zusammengekommen. Sie zeigten mit Friedensfahnen und Plakaten den Menschen in der Ukraine ihr Mitgefühl.

Solidaritäts-Mahnwache für Ukraine in Singen (Foto: Carmen Scheide)
In der Singener Fußgängerzone bekunden viele Menschen ihre Solidarität. Carmen Scheide

Singen hat eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Kobeljaky. Kurze Redebeiträge hielten Oberbürgermeister Bernd Häusler (CDU), Wilhelm Waibel, Ehrenbürger der Stadt Singen sowie der ukrainischen Städte Kobeljaky und Muschyna Greblja, und Carmen Scheide, die städtische Partnerschaftsbeauftragte. Sie las E-Mails von ukrainischen Bürgern vor, die dringend um Hilfspakete und Medikamente bitten.
Emotion zeigte auch Ehrenbürger Wilhelm Waibel, der selbst als Kind den zweiten Weltkrieg miterlebt hatte.

"Ich bin zutiefst erschüttert, dass heute wieder passiert, was ich als Kind erleben musste. Gerade für Kinder und Jugendliche ist das eine schreckliche Erfahrung. Wir müssen dagegen vorgehen!"

Oberbürgermeister Bernd Häusler verurteilte ebenfalls den Krieg gegen die Ukraine und machte deutlich, dass die Menschen dort nicht vergessen werden.

Weitere Mahnwachen und Kundgebungen für Frieden

Die Stadt Tettnang (Bodenseekreis) hat unter dem Titel "Stoppt den Krieg" eine Kundgebung abgehalten. Auf den Montfortplatz kamen laut Polizei rund 1.200 Menschen.

In Biberach weht seit Freitag die ukrainische Flagge am Rathaus. Biberach zeige sich damit solidarisch mit der Ukraine, teilte Oberbürgermeister Norbert Zeidler (parteilos) mit. Er unterstrich die städtische Verbundenheit mit dem ukrainischen Volk auch im Rahmen einer Mahnwache für den Frieden. Sie fand am Sonntagabend auf dem Marktplatz in Biberach statt.

Die ukrainische Flagge weht seit Freitag am Rathaus in Biberach. (Foto: Pressestelle, Stadtverwaltung Biberach)
Die ukrainische Flagge weht seit Freitag am Rathaus in Biberach. Pressestelle Stadtverwaltung Biberach

Auch die Stadt Radolfzell (Kreis Konstanz) hat das Rathaus mit Trauerflor beflaggt. Man wolle damit ein sichtbares Zeichen der Solidarität und der Anteilnahme mit der ukrainischen Bevölkerung zeigen, so Oberbürgermeister Simon Gröger (parteilos). In Radolfzell haben am Montag zudem rund 1100 Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine bei einer Mahnwache bekundet. 

In Aulendorf (Kreis Ravensburg) kamen am Sonntag im Schlossinnenhof rund 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einer Solidaritäts-Kundgebung für die Ukraine zusammen.

In Markdorf (Bodenseekreis) organisierten die evangelische Kirchengemeinde Markdorf und die Katholische Seelsorgeeinheit ebenfalls eine Mahnwache für den Frieden. Etwa 400 Menschen kamen zu der Mahnwache. Im Anschluss fand ein ökumenisches Friedensgebet in der St. Nikolaus-Kirche statt.

Rund 400 Menschen kamen am Sonntag zu einer Mahnwache für den Frieden in Markdorf. (Foto: SWR, Marlene Fuchs)
Rund 400 Menschen kamen am Sonntag zu einer Mahnwache für den Frieden in Markdorf. Marlene Fuchs

Ein Meersburger organisierte zudem eine Mahnwache auf dem dortigen Marktplatz in der Oberstadt. Laut Veranstalter waren rund 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach Meersburg gekommen.

Kundgebung für Ukraine in Meersburg (Foto: Uwe Petersen)
Uwe Petersen

Rund 1.000 Menschen kamen am Montagabend auf dem Adenauerplatz in Friedrichshafen (Bodenseekreis) zu einer überparteilichen Solidaritätskundgebung für die Menschen in der Ukraine. Dabei strahlte die Rathausfassade in blauem und gelbem Licht, den Nationalfarben der Ukraine.

Rund 1.000 Menschen kamen am Montagabend zur Kundgebung für Frieden in. (Foto: SWR)
Rund 1.000 Menschen kamen am Montagabend zur Kundgebung für Frieden in.

In Bad Waldsee (Kreis Ravensburg) kamen am Montagabend rund 540 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einer Solidaritäts-Kundgebung für die Ukraine.

Städte schicken Hilfsgüter in Nachbarländer der Ukraine

Die Konstanzer Hilfsorganisation "Hoffnungszeichen | Sign of Hope" hat Lieferungen von Hilfsgütern in die westlichen Nachbarländer der Ukraine auf den Weg gebracht. Die Lkw sollen in den nächsten Tagen unter anderem in der Republik Moldau ankommen, sagte Reimund Reubelt, erster Vorstand von Hoffnungszeichen, dem SWR. In den westlichen Nachbarländern der Ukraine seien bereits erste Kriegsflüchtlinge angekommen, ihnen wolle man beiseite stehen.

"Durch den Krieg in der Ukraine droht unsägliches menschliches Leid. Es sollen möglichst Hilfsgüter überall dort bereitgestellt werden, wo Flüchtlinge aus der Ukraine zu erwarten sind."

Für ukrainische Flüchtlinge will die Organisation mindestens 50.000 Euro aufbringen. "Jeder, der dazu mit einer kleinen Spende beitragen möchte, ist herzlich willkommen", so Reubelt. Was genau die Organisation plant und welche Hilfsmittel am dringendsten benötigt werden, hat SWR-Moderatorin Rebecca Lüer mit Reimund Reubelt im Interview besprochen.

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