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Die Polizei sucht weiter nach Unbekannten, die am Freitagabend in der evangelischen Christuskirche Radolfzell (Kreis Konstanz) gewütet haben. Jugendliche könnten möglicherweise die Täter sein.

Vandalismus in der Christuskirche Radolfzell (Foto: Evangelische Kirchengemeinde Radolfzell)
Zerstört sind unter anderem die Orgelbank der Christuskirche, das Dirigentenpodest und eine schmiedeeiserne Tür, die die Empore sichern sollte. Evangelische Kirchengemeinde Radolfzell Bild in Detailansicht öffnen
Die für die Renovierung angebrachte Orgelverkleidung, die die Orgel vor den Renovierungsarbeiten schützen sollte, wurde heruntergerissen. Evangelische Kirchengemeinde Radolfzell Bild in Detailansicht öffnen
Der Schaltkasten für die Beleuchtung der Kirche wurde zerstört und angezündet. Dadurch fielen Licht, Heizung und zwei elektrische Hebeanlagen im Keller aus. Im Keller sammelte sich Wasser. Evangelische Kirchengemeinde Radolfzell Bild in Detailansicht öffnen
In der Küche des angrenzenden Gemeindesaals wurden Gläser und Teile der Einrichtung beschädigt und die Küche unter Wasser gesetzt. Evangelische Kirchengemeinde Radolfzell Bild in Detailansicht öffnen
Die Täter schrieben auf den Boden des Kirchenraums unter anderem: "Baby, love you zillionen mal!". Evangelische Kirchengemeinde Radolfzell Bild in Detailansicht öffnen

Der Pfarrer der evangelischen Christuskirche, Christian Link, vermutet, dass es Jugendliche waren. Darauf deuteten Sprüche hin, die die Täter auf den Boden des Kirchenraums schrieben, erklärte er gegenüber dem SWR. Zu lesen ist beispielsweise: "Baby, love you zillionen mal" und "Europapark Rust".

Pfarrer Christian Link sagte dazu im Gespräch mit SWR-Moderatorin Thea Thomiczek:

Die Polizei hatte am Freitagabend einen 63-jährigen Verdächtigen vorläufig festgenommen. Ob er mit den Zerstörungen zu tun hat, ist unklar. Ein Zeuge hatte die Polizei über Notruf informiert, dass ein Mann einen Glaskasten vor der Radolfzeller Kirche eingeworfen habe. Bei der Festnahme entdeckten die Beamten Rauch aus dem Inneren der Christuskirche. Der 63-Jährige wurde wegen seines Gesundheitszustandes in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Kirchenempore und Sakristei verwüstet

Die unbekannten Täter warfen die Orgelbank, das Dirigentenpodest und eine schmiedeeiserne Tür von der Empore in den Kirchenraum, so Pfarrer Christian Link. Außerdem seien in der Sakristei Vorhänge heruntergezerrt und Hauptsicherungen herausgerissen worden.

"Unsere Kirchengemeinde ist darüber bestürzt und bitter traurig."

Pfarrer Christian Link

Auch in der Küche im angrenzenden Gemeindesaal wüteten die Unbekannten. Sie zerbrachen Gläser und zerstörten Teile der Kücheneinrichtung. Pfarrer Christian Link rechnet mit einer fünfstelligen Schadenssumme. Es habe zudem einen Brand am Schaltkasten der Lichtanlage unter der Empore gegeben. Dieser konnte schnell von der Feuerwehr gelöscht werden.

Kirche war zur Renovierung leergeräumt worden

Die Radolfzeller Christuskirche und das Pfarrhaus stammen aus dem Jahr 1967 und sollen in den kommenden eineinhalb Jahren generalsaniert werden. Deshalb sei der Kirchenraum seit wenigen Tagen ausgeräumt worden und die Eingangstür offen gewesen, damit die Menschen von der Kirche in ihrer alten Form Abschied nehmen können, so Pfarrer Link.

"Nun mussten wir lernen, dass ein leergeräumtes Gebäude doch noch einmal eine andere Anziehungskraft auf Randalierer hat."

Pfarrer Christian Link

Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und Vandalismus und sucht Zeugen. Die Kirchengemeinde will einen Bauzaun aufstellen und Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Außerdem will sie überlegen, wie man das Gebäude während der Sanierung optisch so gestalten kann, dass die Kirche freundlich und bewohnt erscheint.

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