Angeklagte verpixelt im Schleuserprozess am Landgericht Ravensburg (Foto: SWR)

Urteil nach tödlichem Unfall

Ravensburger Gericht verurteilt Schleuser zu milden Haftstrafen

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Das Landgericht Ravensburg hat zwei Schleuser zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten mehrere Inder nach Deutschland geschleust und im Kreis Biberach einen tödlichen Unfall verursacht.

Beide in Indien geborenen und in Italien lebenden Männer wurden wegen Schleusens mit Todesfolge verurteilt. Der 24-jährige Fahrer des Transporters muss drei Jahre in Haft. Er war immer wieder eingenickt und deshalb auf der A7 bei Berkheim im Landkreis Biberach mit einem Lkw kollidiert. Einer der Geschleusten wurde aus dem Transporter geschleudert, er war sofort tot. Der 20-jährige Beifahrer in dem Transporter erhielt eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung.

Verurteilten entschuldigen sich bei Opfern

Beide Strafen fielen milde aus, weil die Männer ein Geständnis ablegt hatten und einen langandauernden Prozess verhinderten. Zudem zeigten sie Reue. Sie entschuldigten sich bei der Familie des Opfers und wollen sie finanziell unterstützen.

Mildernd wirkte sich neben dem Geständnis auch aus, dass die beiden seit dem Unfall im Dezember in Untersuchungshaft sitzen. Vor allem der Jüngere der Angeklagten stammt aus stabilen Familienverhältnissen und arbeitet in Italien als Lagerarbeiter eines Versandhändlers. Er ließ bereits am ersten Prozesstag im Mai über seine Anwälte erklären, dass ihm die Tat leid tue. Dass dabei ein Mensch ums Leben kam, mache ihm schwer zu schaffen.

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