Eine Impfung wird vorbereitet (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Ralf Hirschberger)

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ärztin

Möglicher Impfbetrug in Markdorf: Polizei übergibt Ermittlungsakten

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Die Polizei hat der Staatsanwaltschaft Konstanz jetzt ihre Ermittlungsakten gegen eine Ärztin aus Markdorf im Bodenseekreis vorgelegt. Die Frau soll im vergangenen Jahr möglicherweise unwirksame Corona-Impfungen gespritzt haben.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, umfasst der Ermittlungsbericht der Polizei Aktenstücke von vielen hundert Seiten: Zum Beispiel Zeugenvernehmungen. Mehr als 400 Patientinnen, die sich im vergangenen Jahr in der Praxis der Ärztin gegen Corona hatten impfen lassen, waren angeschrieben worden mit der Empfehlung, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Sie könnten möglicherweise unwirksame Impfungen erhalten haben, so der Verdacht. Zahlreiche Blutproben wurden ausgewertet.

Staatsanwaltschaft prüft alle Ermittlungsergebnisse

Die Ermittlungsergebnisse werde die Staatsanwaltschaft jetzt prüfen und rechtlich bewerten. Darüber hinaus müssten wahrscheinlich noch medizinische Gutachten eingeholt werden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nach Abschluss der Ermittlungen werde zunächst der Verteidigung umfassende Akteneinsicht gewährt und deren Stellungnahme abgewartet. Das Verfahren sei komplex, besonders schwierig und zeitaufwendig. Die Prüfung werde sicher noch einige Wochen dauern, so der Sprecher weiter.

Verdacht auf schwere Körperverletzung

Nach SWR-Informationen könnten mehrere hundert Menschen von der Ärztin aus Markdorf eine unwirksame Corona-Impfung erhalten haben, ohne davon zu wissen. Nach Angaben eines Sprechers vom Landratsamt des Bodenseekreises bekamen 430 Menschen, die sich in der Praxis der Ärztin gegen das Coronavirus hatten impfen lassen, Post vom Gesundheitsamt. Es sei in Zusammenhang mit der Impfung in mehreren Fällen zu Auffälligkeiten gekommen.

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