Konzert und Kundgebung vor und im Konstanzer Münster für die Menschen in der Ukraine (Foto: SWR, Esther Leuffen)

Spenden-Konzert der Südwestdeutschen Philharmonie

Konstanzer zeigen Solidarität mit der Ukraine

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Mit einer Kundgebung und einem Spenden-Konzert der Südwestdeutschen Philharmonie ist am Samstag in Konstanz der Opfer des Krieges in der Ukraine gedacht worden.

Den Auftakt machte am Nachmittag eine Kundgebung auf dem Konstanzer Münsterplatz, an der laut Polizei etwa 500 Menschen teilnahmen. Darunter auch Christian Tonger, der schon lange in der Konstanzer Nachbarstadt Kreuzlingen lebt. Seine Freundin kommt aus der Ukraine und ist mit ihrer ganzen Familie zu Tonger in die Schweiz geflüchtet. Sie hat ihre 14-jährige Tochter, ihre Eltern, der Vater ist Russe, und ihre Schwester mit deren zwei Kindern mitgebracht.

Konzert und Kundgebung vor und im Konstanzer Münster für die Menschen in der Ukraine (Foto: SWR, Esther Leuffen)
Christian Tonger (Mitte) kam mit seiner ukrainischen Freundin zur Kundgebung. Sie ist mit ihrer Familie zu ihm nach Kreuzlingen geflüchtet. Esther Leuffen

Die Teilnehmer trugen Plakate, auf denen sie den Angriffskrieg Putins kritisierten. Und sie organisierten eine Bilderkette vor dem Konstanzer Münster mit Wünschen und Gedanken zum Frieden. Besonders berührend war für viele der Auftritt der 15-jährigen, aus der Ukraine geflüchteten Oleksandar Berchenko. Sie sang die ukrainische Nationalhymne, begleitet von einem Blechbläserensemble der Südwestdeutschen Philharmonie. Einige anwesende Ukrainerinnen und Ukrainer legten ihre Hand aufs Herz und sangen mit. 

Konzert und Kundgebung vor und im Konstanzer Münster für die Menschen in der Ukraine (Foto: SWR, Esther Leuffen)
Die 15-jährige Ukrainerin Oleksandar Berchenko sang die ukrainische Nationalhymne. Esther Leuffen

Große Hilfsbereitschaft in der Konstanzer Bevölkerung

Bei der Kundgebung auf dem Münsterplatz sprach unter anderem der Konstanzer Landrat Zeno Danner (parteilos). Er lobte das große Engagement vieler Initiativen und Privatleute im Kreis, die sich für die Menschen in der Ukraine einsetzen.

"Wir erleben riesige Hilfsbereitschaft im Landkreis Konstanz!" 

Auch der Konstanzer Kulturbürgermeister Andreas Osner (SPD) sprach auf der Kundgebung. "Angesichts der schrecklichen Kriegsbilder aus der Ukraine und der Erlebnisse, von denen Flüchtlinge aus der Ukraine berichten, macht sich in uns ein Entsetzen breit, das wir lange nicht mehr spüren mussten", so Osner. Aber die Solidarität in Konstanz sei groß. Die Stadt haben viele private Wohnraumangebote bekommen - bereits 50 ukrainische Kriegsflüchtlinge seien auf diesem Weg schon untergebracht worden.

"Wir sind fassungslos, aber nicht tatenlos."

Er warb für Zusammenhalt in der Bevölkerung und appellierte, die Wut auf den "russischen Kriegsverbrecher und sein brutales Regime" jetzt nicht an Menschen mit russischen Wurzeln auszulassen.

Spenden für Ukraine-Hilfsprojekt von "Hoffnungszeichen"

Im Anschluss an die Kundgebung gab die Südwestdeutsche Philharmonie im Münster unter der Leitung von Joonas Pitkänen ein kostenloses Konzert. Außerdem fand eine interkonfessionelle Andacht statt. Die dabei gesammelten Spenden gehen an den Ukraine-Nothilfefonds von "Hoffnungszeichen - Sign of Hope e.V.". Die Menschenrechtsorganisation aus Konstanz hat bereits mehrere Hilfslieferungen für die Ukraine auf den Weg gebracht.

Konzert und Kundgebung vor und im Konstanzer Münster für die Menschen in der Ukraine (Foto: SWR, Esther Leuffen)
Die Musikerinnen und Musiker der Philharmonie spielten im Münster unter anderem die "Unvollendete" von Franz Schubert. Esther Leuffen

9.000 Euro kommen zusammen

Es sind an diesem Tag mehr als 9.000 Euro gespendet worden. Das teilte die Südwestdeutsche Philharmonie am Dienstag mit. Das Geld geht an die Organisation "Hoffnungszeichen" mit Sitz in Konstanz und soll in der Ukraine eingesetzt werden.

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