Trockenheit auf der Höri (Kreis Konstanz) (Foto: SWR)

Trockenheit auf der Höri und in Radolfzell

Landwirte und Förster warten auf Regen

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Es ist zu trocken in der Region Bodensee-Oberschwaben. In den vergangenen Wochen hat es kaum geregnet. Landwirte und Förster sind um Gemüse und Bäume besorgt.

Seit rund vier Wochen ist auf der Halbinsel Höri (Kreis Konstanz) kaum ein Tropfen Regen gefallen. Die Äcker von Gemüsebauer Andreas Graf in Moos sind trocken. Die Erde ist hart und ausgetrocknet. Wegen der Trockenheit hat Graf deutlich mehr Arbeit. Damit er aussähen könne, müssten seine Äcker mehrfach mit Maschinen bearbeitet werden. Das koste Zeit, so Graf.

"Vier Wochen kein Regen - das merkt man schon. Es ist zu trocken."

Seit 35 Jahren baut Graf auf der Höri auf zehn Hektar Gemüse an. Beregnen musste er sein Gemüse eigentlich schon immer, das Wasser dafür kommt aus dem Bodensee. Doch in den vergangenen Jahren habe sich die Fläche, auf der er bewässert verdoppelt. Für ihn und seine Frau Sabine ist die Trockenheit eine eindeutige Folge des Klimawandels. "Es wird immer extremer. Das Wetter ist wirklich unberechenbarer geworden", so Sabine Graf gegenüber dem SWR.

Landwirt von der Höri (Kreis Konstanz) (Foto: SWR)
Die Erde auf dem Acker von Andreas Graf ist hart und trocken - es fehlt der Regen.

Klimawandel verändert die Vielfalt des Gemüses

Wegen des Klimawandels pflanzen Andreas und Sabine Graf mittlerweile Sorten an, die vor 15 Jahren im Höri-Klima unmöglich hätten gedeihen können, zum Beispiel Artischocken oder Physalis. Manche Kollegen würden inzwischen sogar Melonen anbauen, so Andreas Graf.

Wald leidet ebenfalls unter der Trockenheit

Auch die Förster in der Bodenseeregion sind besorgt über die Trockenheit. "Wir hatten im Winter eigentlich ausreichend Niederschläge, wir waren ganz froh. Aber seit drei Wochen ist nun kein Tropfen Regen mehr runter gekommen", erklärt Gerhard Heizmann. Er ist Revierförster in Radolfzell (Kreis Konstanz). Auch er pflanzt mittlerweile Bäume, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen, zum Beispiel Buchen. Fichten hingegen kämen nicht mehr in Frage.

Jungbäume müssen gegossen werden

Die Trockenheit sei so extrem, dass er seine neu gepflanzten Jungbäume in diesem Jahr vermutlich gießen müsse, so Heizmann. Ein Landwirt fahre dann in den Wald und bewässere jeden einzelnen Jungbaum.

"Das ist inzwischen Realität geworden. Solche Aktionen werden inzwischen auch vom Land Baden-Württemberg gefördert, weil es zum Teil nicht mehr anders geht."

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